"Keine Engpässe"Bundesregierung sieht Kerosin-Versorgung gesichert

Die Kosten für Flugzeugtreibstoff haben sich seit Beginn des Iran-Krieges verdoppelt. Die deutsche Luftfahrtbranche fordert staatliche Hilfen. Die Regierung in Berlin sieht die Versorgung aber nicht in Gefahr und will vorerst keine Maßnahmen ergreifen.
Trotz einer angespannten Marktlage sieht die Bundesregierung derzeit keinen konkreten Handlungsbedarf zur Sicherung der Kerosin-Versorgung. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte nach einem Gespräch mit Vertretern der Luftfahrt- und Mineralölwirtschaft, die Versorgung sei aktuell gesichert, es bestünden "keine Engpässe". "Sollte sich die Versorgungslage bei Kerosin aufgrund anhaltender Spannungen in der Golfregion verschärfen, werden wir in der Runde gegebenenfalls über erforderliche Maßnahmen beraten", sagte sie.
Gleichzeitig sei der Markt angespannt, was sich auch am Preisniveau zeige, sagte Reiche. Die Herausforderungen durch den Iran-Krieg hätten gezeigt, wie wichtig eigene Produktionskapazitäten seien. CDU-Verkehrsminister Patrick Schnieder, der an dem virtuellen Treffen ebenfalls teilnahm, ergänzte: "Unser Ziel ist klar: Der Flugbetrieb muss auch weiterhin stabil laufen." Man müsse Engpässe frühzeitig erkennen, um passgenaue Maßnahmen ergreifen zu können. Das Thema solle zudem auf EU-Ebene erörtert werden.
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hatte zuvor auf Entlastungen wie etwa eine zeitweise Aussetzung des Emissionshandels für den EU-Luftverkehr sowie der Luftverkehrssteuer gefordert. "Der Iran-Krieg habe die größten Auswirkungen auf den internationalen, europäischen und nationalen Luftverkehr seit der Corona-Pandemie, warnte der Verband.
Der Kerosinpreis habe sich seit Beginn des Krieges mehr als verdoppelt. Notwendig seien daher europäische und deutsche Maßnahmen, "um die Konnektivität Deutschlands aufrechtzuerhalten und weitere Schäden für Wirtschaft, Lieferketten und Tourismus abzuwenden", forderte der BDL.