Wirtschaft

"Heuschrecken-Kapitalismus" Carsten Maschmeyer attackiert René Benko

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"Das ist schon fast Erpressung", sagt Carsten Maschmeyer.

Die Kritik an René Benko wächst. Das Verhalten des Besitzers der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sei "schon fast Erpressung", sagt Unternehmer Carsten Maschmeyer ntv.de. Benko habe bereits Staatshilfen in Höhe von fast 700 Millionen Euro bekommen und nicht zurückgezahlt. Nun wolle Benko noch mehr Geld, aber trotzdem Menschen entlassen.

Investor Carsten Maschmeyer hat den Eigentümer des angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof, René Benko, scharf kritisiert. Ihm "ging es darum, sich die Filetstücke wie das Berliner KaDeWe unter den Nagel zu reißen oder teuer weiterzuverkaufen", sagte Maschmeyer ntv.de. Galeria Karstadt Kaufhof habe "in nicht zu verantwortender Weise Staatshilfen in Höhe von fast 700 Millionen Euro bekommen", so Maschmeyer. Im Gegensatz zur Lufthansa habe der Konzern die bisher nicht zurückgezahlt. "Mit dem Druckmittel der Insolvenz in Eigenverwaltung soll durchgesetzt werden, noch mehr Geld zu bekommen, aber trotzdem Menschen zu entlassen und Filialen abzustoßen. Das ist schon fast Erpressung und das Gesamtgebaren erinnert an einen Heuschrecken-Kapitalismus."

Vor dem Hintergrund der Energiekrise und der Konsumflaute hatte das Management am Montag bekannt gegeben, dass mindestens ein Drittel der 131 Kaufhäuser in Deutschland geschlossen werden sollen und betriebsbedingte Kündigungen unvermeidlich sind.

Nachdem Galeria Karstadt Kaufhof erneut ein Schutzschirmverfahren angemeldet hat, fordern Gewerkschafter und Politiker eine starke finanzielle Beteiligung des Eigentümers Benko an der Rettung des Warenhauskonzerns. Die Belegschaft frage sich, "wo der Eigentümer ist in dieser existenziell höchst bedrohlichen Situation für 17.400 Menschen und ihre Familien", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Es müsse jetzt zusätzliches Geld ins Unternehmen. "Da gibt es klare Erwartungen an den Eigentümer." Die Gewerkschafterin forderte den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Die Konzernführung müsse ein tragfähiges Zukunftskonzept präsentieren. "Die Beschäftigten haben viele konkrete Vorschläge für eine erfolgreiche Zukunft gemacht, die im Management wenig Gehör gefunden haben."

Das Unternehmen hatte am Montag zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zwei Jahren Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Die 680 Millionen Euro Finanzhilfen des Bundes reichten nicht, um die Firma auf Kurs zu bringen. Verhandlungen über weitere Staatshilfen wurden beendet. Stattdessen will das Management nun einen Schnitt machen und sich von defizitären Geschäftsteilen trennen.

2020 hatte die Firma schon mal ein Schutzschirmverfahren durchlaufen. Bei der auf Sanierung ausgerichteten Insolvenzvariante übernimmt ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht über die Rettung. Die Unternehmensführung behält die Kontrolle, wird aber von einem externen Sanierungsexperten beraten. Bei der Sanierung im Jahr 2020 waren rund 40 Filialen geschlossen, etwa 4000 Stellen abgebaut und mehr als zwei Milliarden Euro an Schulden gestrichen worden.

Quelle: ntv.de, jga/dpa

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