Wirtschaft

Partner oder Eroberer? China baut Einfluss in Afrika weiter aus

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Chinas Staatschef Xi Jinping (r.) trifft sich mit Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, im Vorfeld des China-Afrika-Gipfels.

(Foto: picture alliance/dpa)

China mausert sich zu Afrikas bedeutendstem Handelspartner und verändert mit Investitionen und Megaprojekten massiv den Kontinent. Auch dieses Jahr können sich afrikanische Staatschefs über Milliardenkredite aus Peking freuen. Doch diese bergen auch Risiken.

Chinas Staatschef Xi Jinping hat Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Dollar (51,7 Milliarden Euro) für die Entwicklung in Afrika angekündigt. Die Investitionen seien für die kommenden drei Jahre geplant. Zudem stellte der chinesische Präsident den Ausbau der sogenannten Neuen Seidenstraße und somit einen Wachstumsschub des Kontinents in Aussicht. Das gewaltige Infrastrukturprojekt unter Führung Pekings werde zu einem Gewinn für alle Beteiligten führen, sagte Xi Jinping kurz vor dem Start des China-Afrika-Gipfels in Peking. China stehe bereit, die Kooperation mit den afrikanischen Staaten zu stärken.

Peking investiert schon seit vielen Jahren in Afrika und hat in dem Kontinent eine Quelle für dringend benötigte Rohstoffe gefunden. Doch auch als Absatzmarkt rückt die wachsende afrikanische Mittelschicht für die Chinesen immer mehr in den Fokus. Mit einem Handelsvolumen von zuletzt 170 Milliarden US-Dollar (146,4 Milliarden Euro) hat China sowohl die USA als auch die alte Kolonialmacht Frankreich als wichtigste Handelspartner des Kontinents hinter sich gelassen. Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Handelsstreits mit den USA steht die Suche nach neuen Märkten für Peking umso höher auf der Prioritätenliste.

"Viele afrikanische Führer begrüßen Pekings Engagement als eine Alternative zu dem, was sie als halbherzige Ansätze der Vereinigten Staaten und Europas betrachten", schrieb Sabine Mokry vom China-Institut Merics in einer Analyse zum dem beginnenden Gipfel in Peking, zu dem zahlreiche afrikanische Staats- und Regierungschefs angereist sind. Während in den USA "keine kohärente Afrika-Politik" erkennbar sei, täten sich auch die Europäer schwer. Deutschland und andere Staaten hätten zwar vor kurzen damit begonnen, ihr Engagement in Afrika zu vergrößern. Von einem gemeinsamen europäischen Vorgehen könne aber keine Rede sein.

Partnerschaft oder neue Abhängigkeit?

China baut derweil quer durch Afrika Regierungsgebäude, Fußballstadien, Zugstrecken, Flughäfen, Kasernen und Raffinerien. In Sambia, Äthiopien, Gabun, Kamerun und Ghana sind mit chinesischer Hilfe Staudämme entstanden. Chinesische Investoren finanzieren sogar ganze Städte, wie Angolas fast neun Quadratkilometer große Nova Cidade de Kilamba. In Südafrika will die Shanghai Zendai Group mit rund acht Milliarden US-Dollar in der Nähe der Wirtschaftsmetropole Johannesburg ein "New York von Afrika" bauen, das über die nächsten 15 Jahre 200.000 Jobs schaffen soll.

Noch einmal deutlich zugenommen hat Pekings Interesse an Afrika, seit Chinas Präsident Xi Jinping vor fünf Jahren den Bau einer Neuen Seidenstraße eingeleitet hat, mit der neue Wirtschaftskorridore von China nach Südostasien, Europa und Afrika entstehen sollen. Peking wirbt damit, dass durch chinesische Kredite Jobs und Wachstum angekurbelt würden. Kritiker mahnen dagegen, dass die Projekte zu einer Schuldenfalle für beteiligte Staaten werden könnten, die so abhängiger von China würden.

Einhergehend mit einer engeren Verflechtung im Handel verfolgt China zunehmend auch militärische Interessen in Afrika. Über neue Militärkooperationen sichert Peking seine Wirtschaftsinteressen auf dem Kontinent wie auch seine Seewege. Seit 2017 unterhält China bereits seinen ersten Marinestützpunkt im Ausland in Dschibuti am Horn von Afrika, von wo auch seine Einsätze im UN-Kampf gegen Piraten unterstützt werden.

Beobachter weisen jedoch auch darauf hin, dass China in Zukunft in Afrika in noch größerem Umfang als Waffenlieferant und Ausbilder für das Militär afrikanischer Staaten agieren werde. Seit 2008 seien rund 21 Prozent aller chinesischen Waffenausfuhren weltweit nach Afrika geflossen, berichtete das Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS). Seit 2008 erreichten sie insgesamt drei Milliarden US-Dollar.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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