Wirtschaft

Um Absturz zu bremsen China lässt "Nationalmannschaft" Aktien kaufen

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In Shanghai hat die Börse den Rückwärtsgang eingelegt.

(Foto: REUTERS)

Auf dem Volkskongress will Chinas Führung Stabilität und Einheit bekunden. Fallende Aktienmärkte stören die Inszenierung - vor allem mit Blick auf Hongkong. Deshalb greift Peking ein.

Chinas Aktienmärkte erleben seit rund drei Wochen einen kräftigen Rücksetzer. Für die Staats- und Parteiführung ist das ein ganz unerfreuliches Timing. Schließlich läuft gerade der Volkskongress, bei dem sich Präsident Xi Jinping seine Vorhaben abnicken lässt. Heute stand ein besonders heikles Thema auf dem Programm: Der Gesetzentwurf zur Wahlrechtsreform in Hongkong wurde beraten, damit Peking-Treue dort künftig ganz sicher das Sagen haben.

Fallende Börsen passen nicht in die Inszenierung der KP, auf der vor allem Einheit und Stabilität demonstriert werden soll. Dem Finanzdienstleister Bloomberg zufolge haben staatliche gestützte Fonds heute deshalb massiv eingegriffen und Aktien gekauft.

Dadurch gelang es, die Indizes auf dem Festland fast wieder ins Plus zu hieven. Im Schlussgeschäft fielen die Kurse dann aber wieder fast auf das Tagestief zurück. Die Börse in Shanghai ging 1,8 Prozent schwächer aus dem Handel, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen, der CSI 300, verlor 2,2 Prozent. Zur Einordnung: Der Index hat seit Mitte Februar fast 15 Prozent eingebüßt. In Hongkong allerdings gelang das Manöver besser. Der Hang-Seng-Index gewann 0,8 Prozent auf 28.773 Punkte.

Es geht abwärts

Chinas Führung hat während wichtiger Ereignisse immer wieder an den Märkten interveniert. Diesmal wurden Fonds eingesetzt, die Bloomberg zufolge auch als "Nationalmannschaft" bezeichnet werden.

Die Korrektur an Chinas Börsen war zuvor jedoch durch die Führung in Peking verstärkt worden. Nachdem die Märkte im Februar Rekordhöhen erreicht hatten, wurde auf die Bremse getreten. Finanzmarkt-Regulierer warnten vor Blasenbildung und stellten Gegenmaßnahmen in Aussicht.

Der CSI 300 fiel daraufhin fast 15 Prozent zurück. Noch stärker erwischte es die Überflieger wie etwa Moutai. Die Papiere waren in diesem Jahr um 30 Prozent gestiegen - der Spirituosen-Hersteller war an der Börse rund 500 Milliarden Dollar schwer und damit eines der weltweit wertvollsten Unternehmen. Mittlerweile ist der Kurs um 25 Prozent eingebrochen.

Quelle: ntv.de, jga

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