Wirtschaft

"Sehr beunruhigend" Chinas Top-Aufseher warnt vor Spekulationsblasen

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Der immmobilienmarkt in China gilt als heißgelaufen.

(Foto: REUTERS)

Die Aktienmärkte feiern seit Monaten eine Party, in China überhitzt der Immobilienmarkt. In der Führung der Volksrepublik wächst die Unruhe - und sie kündigt Gegenmaßnahmen an.

Chinas Finanzregulierer versuchen, Druck aus dem Spekulationskessel zu nehmen. Der Leiter der Aufsichtsbehörde für Banken und Versicherungen sagte, die wachsenden Blasen in internationalen Finanzmärkten und in Chinas Immobiliensektor seien sehr beunruhigend. Sie würden früher oder später platzen. "Die Finanzmärkte werden in Europa, den USA und anderen entwickelten Ländern auf hohem Niveau gehandelt, was der Realwirtschaft zuwiderläuft", so Guo Shuqing.

Die Industrieländer in Europa und den USA hätten eine ultralockere Geldpolitik eingeführt, um ihre Volkswirtschaften zu stabilisieren, so Guo. Aber das habe zu Nebenwirkungen geführt. Die Finanzmärkte hätten sich dort im Gegensatz zu ihren schwachen Volkswirtschaften gut entwickelt - daher die Sorge vor einer Blasenbildung.

Guo kündigte eine straffere Geldpolitik an, nachdem China die Corona-Pandemie innerhalb seiner Grenzen unter Kontrolle gebracht hat. Die Zentralbank werde die Zinsen in diesem Jahr wahrscheinlich erhöhen, sagte der Chef-Regulierer. Außerdem prüfe seine Behörde Maßnahmen, um Kapitalzuflüsse aus dem Ausland nach China besser zu steuern und so Turbulenzen auf dem heimischen Markt zu verhindern.

Guo fügte hinzu, dass das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Kapitalzuflüsse bisher unter Pekings Kontrolle waren. In den jüngsten Jahren sei die Größe des chinesischen "Schattenbankensystems" um etwa 20 Billionen Yuan (3,1 Billionen Dollar) gesunken, was das Finanzsystem gesünder und stabiler mache. Zugleich äußerte er sich besorgt über den Immobilienmarkt, eine Blase, die sich in China seit Jahren ausdehnt. "Viele Menschen haben Häuser gekauft, nicht um darin zu wohnen, sondern um zu investieren oder zu spekulieren, was sehr gefährlich ist", sagte er. Wenn der Markt in Zukunft falle, würde es ein Chaos bei den Banken und in der Wirtschaft geben.

Volkskongress soll neuen Kurs abnicken

Details zu den Plänen könnten in Kürze bekannt werden. Denn am Freitag beginnt in Peking die Jahrestagung des Volkskongresses. Die Führung der Kommunistischen Partei Chinas hatte Ende vergangenen Jahres den neuen Fünf-Jahres-Plan auf den Weg gebracht, der dort gebilligt wird.

Der neue Wirtschaftskurs soll China weniger abhängig vom Rest der Welt machen. Im Mittelpunkt steht die neue Strategie der "dualen Kreisläufe", die zwar weiter die Öffnung der zweitgrößten Volkswirtschaft betont, aber stärker die Förderung des heimischen Marktes als Hauptmotor und der eigenen Innovation für mehr Selbstständigkeit hervorhebt. Die Regierung will die heimische Nachfrage sowie Forschung und technologische Entwicklung für die "interne Zirkulation" als "Hauptstütze der Wirtschaft" fördern. Dem "externen Kreislauf" - also internationaler Handel und Investitionen aus dem Ausland - wird eine unterstützende Rolle zugesprochen.

Quelle: ntv.de, jga/rts/DJ/dpa

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