Wirtschaft

Kehrtwende nach der Kehrtwende China und USA drohen mit Handelskrieg

Die USA denken laut über Strafzölle gegen China nach. Die Reaktion folgt auf dem Fuß: Peking kritisiert das Vorgehen Washingtons scharf. Aber es gibt auch mahnende Worte.

Der erst kürzlich abgewendete Handelskrieg zwischen den USA und China droht wieder aufzuflammen. Chinesische Medien kritisierten scharf die Drohung der USA, sich weiterhin die Verhängung von Importzöllen im Umfang von 50 Milliarden Dollar vorzubehalten, sollte die Volksrepublik sich nicht mit dem Diebstahl geistigen Eigentums auseinandersetzen. In einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua hieß es, China sei bereit, seine Interessen zu verteidigen. "Chinas Haltung lautet wie stets: Wie wollen nicht kämpfen. Aber wir haben auch keine Angst zu kämpfen."

In einem Beitrag der auflagenstarken "Global Times" hieß es, die USA litten unter einer Wahnvorstellung. Sollten sie sich nicht an eine kürzlich erzielte Vereinbarung zur Entschärfung des Handelsstreits halten, könnten die USA am Ende allein dastehen. Die chinesische Regierung sei bereit, notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. "Wenn die USA Spielchen spielen wollen, dann ist China mehr als willens mitzuspielen - und das bis ganz zum Schluss", heißt es in dem Blatt, das unter der Schirmherrschaft des Organs der Kommunistischen Partei erscheint. Allerdings spiegelt es nicht zwingend die Regierungspolitik wider.

US-Firmen warnen Washington

Gleichzeitig warnten in China tätige US-Firmen vor den Folgen einer Eskalation des Handelsstreits zwischen Peking und Washington. Es bestünden ernsthafte Bedenken, "dass die Spannungen zu einem Handelskrieg mit Vergeltungsmaßnahmen von beiden Seiten eskalieren werden", hieß es in einem Weißbuch der amerikanischen Handelskammer in Peking. Ein anhaltender Streit würde "möglicherweise zu einer weiteren Verschlechterung der bilateralen Beziehungen einschließlich der Handelsbeziehungen führen".

Die Zölle waren im März bekanntgegeben worden. Das von Trump nun unterzeichnete Memorandum kommt nur gut eine Woche nach der Versicherung von US-Finanzminister Steven Mnuchin, im Handelsstreit während der Verhandlungen mit China seien Strafzölle auf Stahl und Aluminium vom Tisch.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts