Wirtschaft

Epidemie bremst Autobranche aus Chinas Pkw-Absatz bricht zusammen

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Sorgen um die Auswirkungen des Coronavirus setzen dem ohnehin schwächelnden Automarkt in China zusätzlich zu.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Eigentlich sollte es für die Automobilbranche 2020 in China wieder aufwärts gehen. Doch die Rechnung haben die Experten ohne das Coronavirus gemacht: Angesichts der Epidemie meiden Käufer Autohäuser. In der ersten Februarhälfte bricht der Autoabsatz in China um sagenhafte 92 Prozent ein.

Die chinesischen Pkw-Verkaufszahlen für die ersten beiden Februarwochen zeigen erstmals, wie stark die Coronavirus-Epidemie die großen Automarken der Welt trifft. Im Reich der Mitte wurden laut chinesischem Branchenverbands-Verband CPCA in den ersten 16 Tagen des Monats nur etwa 5000 Personenkraftwagen verkauft, gegenüber fast 60.000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Einbruch von 92 Prozent. Händler erwarten für den gesamten Februar sogar einen Rückgang der Pkw-Verkäufe um 50 bis 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unicredit-Chefökonom Andreas Rees schreibt in einem Kommentar, der Einbruch sei eine direkte Folge des Coronavirus-Ausbruchs, der dazu geführt hat, dass die Feiertage zum Neujahr verlängert und die Autohäuser entsprechend länger geschlossen waren. Außerdem blieben Kunden weg, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Der chinesische Automobilmarkt wird aufgrund der Coronavirus-Epidemie in der ersten Jahreshälfte wahrscheinlich einen Verkaufsrückgang von mehr als zehn Prozent und für das ganze Jahr von etwa fünf Prozent verzeichnen - vorausgesetzt die Epidemie wird vor April wirksam eingedämmt, erklärte der Verband chinesischer Automobilhersteller CAAM .

Um den Markt zu stabilisieren, auf dem im vergangenen Jahr mehr als 25 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden, kündigte das chinesische Handelsministerium deswegen bereits Maßnahmen an, um den Autokonsum wieder anzukurbeln. Viele erwarten, dass ausländische Firmen in den meisten Teilen des Landes bis Ende Februar ihre Produktion wieder aufnehmen werden.

Der Branchenexperte Yale Zhang vom Beratungsunternehmen AutoForesight sieht in der Krise indes auch eine Chance: Da in manchen Regionen der öffentliche Nahverkehr ausgesetzt sei, könnten sich nun mehr Chinesen auf die Vorteile besinnen, die ein eigenes Auto habe. Statistisch haben die Chinesen noch Aufholbedarf: Während es in der Volksrepublik statistisch 170 Autos pro 1000 Einwohner gibt, sind es in den USA 800.

Quelle: ntv.de, jki