Wirtschaft

Ölpreise geraten aus dem BlickChipaktien sorgen für Rekordhochs an den US-Börsen

24.04.2026, 22:50 Uhr
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Die Inflationssorgen bleiben der Wall Street mit den hohen Ölpreisen erhalten. (Foto: AP)

Ein Ende des Iran-Kriegs zeichnet sich nicht ab, doch die US-Anleger finden neue Kaufimpulse in den überraschend starken Geschäftszahlen von Intel und SAP. Während der Dow mit einem kleinen Minus ins Wochenende geht, schaffen Nasdaq und S&P neue Rekorde.

Im Spannungsfeld der weitgehend unveränderten Lage im Nahen Osten und begeistert aufgenommener Geschäftszahlen von Intel ist es zum Wochenschluss an den US-Börsen nach oben gegangen. Zumindest etwas hoffnungsvoll stimmte, dass US-Präsident Donald Trump eine um drei Wochen verlängerte Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon verkündete und dass die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu Gesprächen mit iranischen Regierungsvertretern nach Islamabad reisten. Der iranische Außenminister wird ebenfalls in Islamabad erwartet, soll aber angeblich keine Gespräche mit den USA führen wollen. US-Vizepräsident JD Vance will aber erst reisen, wenn es Fortschritte bei den Verhandlungen gibt.

Die weiter hohen Ölpreise gerieten in den Hintergrund. Brent-Öl kostete zuletzt im US-Handel 105,70 Dollar, im Tageshoch waren es 107,50 gewesen. Das hielt Inflationssorgen am Leben, entsprechend verharrten die Renditen der US-Anleihen auf dem zuletzt erhöhten Niveau. Die Zehnjahresrendite lag knapp 2 Ticks niedriger bei 4,31 Prozent. Der Dollar kam nach seinem jüngsten Anstieg leicht zurück, der Euro kostete 1,1718 Dollar.

Der eng gefasste Dow-Jones-Index gab um 0,2 Prozent nach auf 49.231 Punkte, der breite und aussagekräftigere S&P-500-Index legte dagegen um 0,8 Prozent zu. Klar favorisiert wurden Technologieaktien, nachdem der Chiphersteller Intel starke Zahlen präsentiert hatte und zudem überraschend für das laufende Quartal einen Gewinn erwartet. Der Markt feierte das mit einem Kursfeuerwerk um 23,6 Prozent. Für die technologielastigen Nasdaq-Indizes ging es bis zu 1,9 Prozent nach oben. Der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes markierten damit Rekordhochs. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1462 (Donnerstag: 1189) Kursgewinner und 1278 (1573) -verlierer. Unverändert schlossen 67 (59) Titel.

Intel und SAP verbreiten Zuversicht

Im Fahrwasser von Intel legten auch andere Chipaktien zu. AMD machten einen Satz um fast 14 Prozent, Arm gewannen knapp 15 Prozent, Nividia kamen um 4,3 Prozent voran. Texas Instruments, die am Vortag nach eigenen starken Zahlen bereits kräftig zugelegt hatten, büßten 1,8 Prozent ein. Neben Intel sorgten auch gute Zahlen von SAP für Zuversicht oder zumindest eine Stabilisierung bei zuletzt gebeutelten Aktien aus dem Segment Unternehmenssoftware. Zuletzt gaben hier am Vortag die Kurse sehr stark nach, nach kritisch beäugten Geschäftszahlen von ServiceNow. Im Sog von SAP konnten sich ServiceNow um 6,4 Prozent erholen, Salesforce um 2,8 und Workday um 4,4 Prozent.

Für die Nike-Aktie ging es um 0,2 Prozent nach unten. Nach Meta und Microsoft kündigte mit Nike ein weiteres prominentes Unternehmen einen umfassenden Stellenabbau an. Meta erholten sich um 2,4 und Microsoft um 2,1 Prozent. Beide hatten vortags deutlich verloren. Amazon gewannen 3,5 Prozent auf ein Rekordhoch. Treiber war die Nachricht, dass Amazon seine Graviton-Prozessoren an die Facebook-Mutter Meta liefern wird. Alphabet verbesserten sich um 1,6 Prozent. Der Google-Mutterkonzern wird laut einem Bericht von Bloomberg 10 Milliarden Dollar in das KI-Startup Anthropic investieren, mit der an Leistungsziele geknüpften Möglichkeit, später weitere 30 Milliarden folgen zu lassen. Erst vor wenigen Tagen hatte Anthropic eine Investition von 5 Milliarden Dollar von Amazon bekannt gegeben, mit der Option auf weitere bis zu 20 Milliarden Dollar in der Zukunft.

Procter & Gamble legten um 2,5 Prozent zu. Der Anbieter von Haushaltsgütern schnitt im abgelaufenen Quartal besser als gedacht ab. Comfort Systems verloren 2,7 Prozent, obwohl der Anbieter von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen besser als erwartet ausgefallene Gewinn- und Umsatzkennziffern gemeldet hatte. Hier dürften Gewinne mitgenommen worden sein, die Aktie liegt seit Jahresbeginn über 80 Prozent im Plus. Newmont zogen um 8,7 Prozent an. Der Goldminenbetreiber überbot die Marktprognosen für den Berichtszeitraum bereits zum sechsten Mal in Folge.

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Quelle: ntv.de, mau/DJ

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