Wirtschaft

Fertigung zurückgefahren Corona macht Airbus zu schaffen

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Airbus produziert weniger Flugzeuge.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der europäische Flugzeugbauer Airbus kämpft mit großen Schwierigkeiten, die Produktion in der Corona-Krise am Laufen zu halten. Es fehlen Zulieferteile und Arbeitskräfte. In manchen Werken steht die Fertigung ganz still.

Die Maßnahmen vieler Länder im Kampf gegen das Coronavirus bringen Airbus laut Branchen- und Arbeitnehmerkreisen in Schwierigkeiten. An mehreren Standorten läuft die Produktion nur eingeschränkt oder liegt ganz auf Eis. Weil Zulieferteile und Arbeitskräfte fehlten, könne Airbus die Fertigung von Flugzeugen wohl nur auf rund 10 bis 20 Prozent hochfahren, sagten Personen, die mit der Situation vertraut sind, der Nachrichtenagentur Reuters.

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Am stärksten betroffen seien Langstreckenflugzeuge wie der A330 und der A350, so Francoise Vallin, die Airbus-Beauftragte der Gewerkschaft CFE-CGC. Der Flugzeugbauer hatte die Fertigung in Frankreich und in Spanien bereits vor einer Woche für vier Tage unterbrochen, um die Arbeitsplätze gemäß der Abstandsvorschriften umzurüsten. Doch am Montag musste Airbus in Spanien, wo Teile des Rumpfs von Airbus-Maschinen gebaut werden, einen Rückschlag verkraften: Die Produktion muss bis zum 9. April größtenteils angehalten werden, weil die spanische Regierung beschlossen hat, alle "nicht-lebensnotwendigen" Arbeiten zu beschränken.

Bauteile fehlen

Auch die Fertigung von Flügeln in Deutschland und Großbritannien ist für drei Wochen ausgesetzt und im französischen Werk in Toulouse arbeiteten am Montag gerade einmal 10 bis 15 Prozent der Belegschaft. Airbus erklärte, man zwinge derzeit niemanden zu arbeiten.

Zu der geringen Manpower kommt ein weiteres Problem: Wichtige Bauteile werden nicht rechtzeitig geliefert. Obwohl die Regierung in Frankreich mit Garantien und anderen finanziellen Hilfen daran arbeitet, die Lieferketten in strategisch wichtigen Teilen der Wirtschaft aufrechtzuerhalten, kam es dort zu Endpässen. "Bis zur Hälfte der Lieferkette in Frankreich war gerissen - aber es wird besser", sagte ein hochrangiger Manager. Safran, der weltweit drittgrößte Flugzeugzulieferer, hatte in der vergangenen Woche beteuert, weiter Triebwerke an Airbus zu liefern. Man habe für zwei bis drei Wochen genügend Bauteile.

Quelle: ntv.de, tst/rts