Wirtschaft

Corona-Sturm erfasst den Stern Daimler-Gewinn bricht um 78 Prozent ein

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Der Stern bekommt Corona-Kratzer: Daimler muss im ersten Quartal laut vorläufigen Zahlen einen Gewinneinbruch verkraften.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es sind nur vorläufige Zahlen, aber sie sprechen eine deutliche Sprache: Deutschlands führender Premiumautobauer Daimler sackt zum Jahresstart das Ergebnis weg. Ein Grund ist schnell gefunden.

Der deutsche Autobauer Daimler muss infolge der Corona-Pandemie seine Prognosen für das Geschäftsjahr kräftig nach unten korrigieren. Das Unternehmen legte ein vorläufiges Ergebnis vor Zinsen und Steuern für das erste Quartal vor, das um 78 Prozent auf 617 Millionen Euro eingebrochen ist. Rechnet man Sondereffekte wie etwa die Kosten für die Dieselaffäre oder Umstrukturierungen heraus, bleiben im operativen Geschäft immerhin 719 Millionen Euro.

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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kundennachfrage, Lieferketten und Fahrzeugproduktion könnten nicht detailliert und auf sicherer Basis geschätzt werden, sodass eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020 schwer sei, hieß es. Ungeachtet dessen werde davon ausgegangen, dass sich Absatz und Umsatz des Konzerns 2020 unter dem Niveau des Vorjahres bewegen werden. Angesichts der erwarteten Marktentwicklung und Einschätzung zu den Geschäftsfeldern werde auch das Konzern-Ebit niedriger ausfallen.

Produktion wird derzeit hochgefahren

Daimler sieht sich finanziell gut aufgestellt, um nach der Corona-Krise wieder durchzustarten: "Angesichts des Umstands, dass wir umfassende Maßnahmen zum Schutz unseres Barmittelbestands getroffen und unsere finanzielle Flexibilität erhöht haben, sind wir zuversichtlich, für die Zeit während und nach der Krise gut positioniert zu sein."

Der Konzern fährt seit Montag nach vier Wochen Stillstand in großen Teilen der Produktion seine Werke wieder hoch. Seit dem 6. April gilt zudem Kurzarbeit, die nach jetzigem Stand erst Ende April auslaufen soll. Etwa 80 Prozent der rund 170.000 Beschäftigten in Deutschland sind in unterschiedlichem Maße betroffen.

Daimler hatte den Produktionsstopp auch mit dem weltweiten Nachfragerückgang aufgrund der Coronavirus-Krise begründet. Von seiner Kernmarke Mercedes-Benz setzte der Konzern im ersten Quartal nach Angaben von Anfang April weltweit rund 477.400 Autos ab, das waren knapp 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im gleichen Maße gingen die Verkaufszahlen bei den Vans zurück. Bei Daimler sollte eigentlich das Sparprogramm von Vorstandschef Ola Källenius Fahrt aufnehmen. Die vollständigen Quartalszahlen will Daimler am 29. April veröffentlichen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts