Wirtschaft

Reaktion auf US-Sanktionen Daimler zieht sich aus Iran zurück

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Eigentlich wollte Daimler im Iran Lkw bauen.

(Foto: dpa)

Trumps Drohungen scheinen zu wirken: Kurz nach Inkrafttreten der US-Sanktionen gegen den Iran verkündet Daimler, seine Aktivitäten in dem Land "bis auf weiteres" komplett zu stoppen. Dabei hatte der Konzern eigentlich große Pläne.

Angesichts neuer US-Sanktionen gegen den Iran hat Daimler seine Expansionspläne in dem Land auf Eis gelegt. Die "ohnehin eingeschränkten Aktivitäten" seien "bis auf weiteres eingestellt" worden, teilte der Stuttgarter Konzern mit. US-Präsident Donald Trump drohte den Handelspartnern der Islamischen Republik zuvor mit Konsequenzen. "Wer mit dem Iran Geschäfte macht, wird keine Geschäfte mit den USA machen", twitterte er kurz nach Inkrafttreten der Sanktionen am Morgen. "Die Sanktionen sind die schärfsten, die je verhängt wurden."

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Daimler hatte Anfang 2016 angekündigt, mit Partnerunternehmen im Iran Lkw bauen und Fahrzeuge seiner Marke Fuso verkaufen zu wollen. Dafür hatte das Unternehmen ein Abkommen über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit einem iranischen Fahrzeughersteller geschlossen. Demnach wollte Daimler im Iran Mercedes-Benz-Lkw und Antriebskomponenten bauen. Der Konzern versprach sich gute Geschäfte, weil die iranische Nutzfahrzeugflotte durch die Sanktionen veraltet war.

"Die Produktion und den Vertrieb von Mercedes-Benz-Lkw haben wir nicht wieder aufgenommen", hieß es nun aber in der Mitteilung. Auch der Vertrieb von Pkw der Marke Mercedes wurde demnach nicht wieder hochgefahren, eine lokale Fertigung gab und gibt es nicht.

Konzern beobachtet Nuklearabkommen

"Die iranische Wirtschaft und damit die Automobilmärkte haben sich deutlich schwächer entwickelt als erwartet", teilte Daimler weiter mit. "Wir beobachten die politischen Entwicklungen insbesondere in Bezug auf die Zukunft des Nuklearabkommens weiterhin genau."

Die neuen Sanktionen richten sich gegen Irans Zugang zu US-Banknoten, den Automobilsektor, den Luftfahrtbereich und den Export von Metallen, Agrarprodukten und Teppichen. Auch zahlreiche andere europäische Unternehmen haben deshalb ihre Aktivitäten im Iran eingefroren oder ganz eingestellt.

Quelle: n-tv.de, ftü/rts/AFP

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