Wirtschaft

Wachstum ohne Profitabilität Delivery Hero weitet operativen Verlust aus

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Erhöhter Umsatzausblick wird bestätigt.

(Foto: picture alliance / Jens Kalaene/)

Delivery Hero schreibt operativ weiter rote Zahlen. Der Online-Essenslieferdienst wächst zwar weiter, ist aber von einer Profitabilität weiter ein Stück entfernt. In diesem Jahr wird der Verlust wohl noch höher ausfallen als im Vorjahr.

Der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero ist im ersten Halbjahr bei einem anhaltend kräftigen Wachstum operativ tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Auch wenn der Online-Marktplatz für Essensbestellungen mit Marken wie Foodora und Pizza.de unter dem Strich wegen eines Verkaufs von Unternehmensteilen einen Gewinn verbuchte, so ist er doch von operativer Profitabilität wegen höherer Investitionen noch ein Stück weit entfernt.

Delivery Hero
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Delivery Hero hatte Anfang August sein Gewinnziel wegen der angekündigten Investitionen kassiert. Bisher wollte das Berliner Unternehmen bis zum Ende des vierten Quartals beim bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Monatsbasis profitabel werden und ab 2019 auch auf Gesamtjahressicht. Jedoch kündigte Delivery Hero an, bis zu 80 Millionen Euro mehr investieren zu wollen als ursprünglich geplant.

In diesem Jahr wird der Ebitda-Verlust sogar bei gleichbleibender Marge deutlich höher ausfallen als 2017, wie das Unternehmen mitteilte. Die Investitionen sollen in gleicher Größenordnung auch 2019 getätigt werden.

Den seinerzeit erhöhten Umsatzausblick bestätigte Delivery Hero nun. Die Erlöse sollen auf 760 bis 780 Millionen Euro steigen. Zuvor hatte das Unternehmen 740 bis 770 Millionen Euro angepeilt, nach 544,2 Millionen im Vorjahr. In der Mitteilung zum ersten Halbjahr wurde Vorstandschef Niklas Östberg mit der Aussage zitiert, er sei "sehr zufrieden mit dem Start des dritten Quartals".

Nur Nahost und Afrika profitabel

Im ersten Halbjahr sackte das bereinigte Ebitda auf minus 54,8 Millionen Euro von minus 40,4 Millionen im Vorjahreszeitraum ab. Die Marge verbesserte sich leicht auf minus 15,4 von minus 16,7 Prozent. Profitabel auf Ebitda-Basis waren einzig die Regionen Nahost und Afrika (Mena). Der Umsatz legte konzernweit um 38 Prozent auf 340 Millionen Euro zu.

Unter dem Strich erzielte Delivery Hero einen Gewinn von 146,7 Millionen Euro nach einem Nettoverlust von 221,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Verkauf der britischen Hungryhouse Group sorgte für einen Einmalgewinn von 262,5 Millionen Euro.
Der Bruttowarenwert - der Gesamtwert der an die Restaurants übermittelten Bestellungen - stieg im Halbjahr auf 2,36 Milliarden Euro, flächenbereinigt ein Plus von 37 Prozent, währungsbereinigt von 50 Prozent.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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