Wirtschaft

Anleger ziehen sich zurück Delta-Variante setzt Wall Street erneut zu

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Das Auf und Ab der Pandemie wird den Handel an der Wall Street weiter begleiten.

(Foto: picture alliance / AA)

Die rasche Ausbreitung der Delta-Variante macht US-Anleger nervös, insbesondere, weil sich eine Abkehr der Fed von der ultralockeren Geldpolitik abzeichnet. Zu den Verlierern zählt besonders die Kryptowährungsbörse Coinbase. Die angekündigte Übernahme eins Biopharma-Unternehmens sorgte allerdings für einen Rekord-Kurssprung.

Die US-Börsen haben ihre Vortagesverluste leicht ausgebaut. Diesmal traf es auch die technologielastige Nasdaq, die sich am Vortag noch gegen den Abwärtstrend gestemmt hatte. Konjunktursorgen und Zinserhöhungsängste gewannen wieder die Oberhand. Die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus schürt Befürchtungen, dass die Erholung der Wirtschaft ausgebremst werden könnte. "Es geht darum, die Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft vorsichtiger zu beurteilen", sagte Makrostratege Carsten Brzeski bei ING.

Nasdaq Composite
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Der Dow-Jones-Index fiel um 0,2 Prozent auf 35.031 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 0,1 bzw. 0,6 Prozent nach.

Trotz der Konjunktursorgen verdichteten sich die Hinweise, dass die US-Notenbank bald mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik beginnen könnte: Der Präsident der US-Notenbankfiliale von St. Louis, James Bullard, bekräftigte, dass die Fed noch in diesem Jahr ihre Wirtschaftsstimuli allmählich zurückfahren werde. Zweifel am Stellenaufbau der US-Wirtschaft wischte er mit dem Hinweis auf den hohen Bedarf an Arbeitskräften beiseite. Es gebe mehr offene Stellen als Arbeitslose.

Übernahme beschert Rekord-Kurssprung

Unternehmensnachrichten waren erneut rar. Unter den Nebenwerten sprangen Kadmon um mehr als 71 Prozent nach oben, nachdem die französische Sanofi die Übernahme des Biopharma-Unternehmens angekündigt hatte. Noch eine weitere Transaktion sorgte für Kursbewegungen: Die schwedische Assa Abloy AB kauft eine Sparte von Spectrum Brands für 4,3 Milliarden US-Dollar. Die Titel von Spectrum kletterten um 17,8 Prozent.

Die Aktie des Chemiekonzerns Lyondellbasell drehte 2,4 Prozent ins Minus. Das Unternehmen prüft strategische Optionen für sein Raffineriegeschäft. Pultegroup verloren 6 Prozent. Das auf Eigenheime spezialisierte Bauunternehmen wird aufgrund von Lieferkettenproblemen weniger Häuser fertigstellen als geplant. Die Platzierung eines größeren Aktienpakets drückte die Papiere der IT-Sicherheitsgesellschaft McAfee um 8,7 Prozent. Laut einem Bericht kauft der aktivistische Hedgefonds Elliott bei Citrix Systems zu, die Papiere zogen um 3 Prozent an.

Anleiherenditen sinken

Coinbase
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Am Anleihemarkt erholten sich die am Vortag kräftig gesunkenen Notierungen etwas, die Renditen sanken. Händler sprachen von einer Gegenbewegung ohne grundlegende Änderung der geldpolitischen Spekulationen.

Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt zählte Coinbase. Die US-Börsenaufsicht SEC droht mit einer Klage gegen die Kryptowährungsbörse. Auslöser des Streits ist ein geplantes Coinbase-Programm, in dessen Rahmen Eigner von Bitcoin & Co diese gegen Zinsen verleihen. Die Behörde betrachtet ein solches Angebot den Angaben zufolge als Wertpapier. Coinbase verschob daraufhin den Start seines "Lend"-Programms.

Quelle: ntv.de, sbl/DJ/rts

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