Wirtschaft

Verdi-Ultimatum zurückgewiesen Der Post drohen unbefristete Streiks

3pro0925.jpg8301222765758850976.jpg

Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

(Foto: dpa)

Abschluss oder Streiks? Die Gewerkschaft Verdi will die Deutsche Post zu einer Entscheidung zwingen. Allerdings äußert sich der Konzern erst in der kommenden Woche zum Verdi-Vorschlag. So bleiben wohl erneut viele Briefkästen leer.

Bei der Deutschen Post werden unbefristete Streiks immer wahrscheinlicher. Die Arbeitgeber wollen nicht auf das heute auslaufende Ultimatum der Gewerkschaft Verdi eingehen. "Wir werden uns Anfang nächster Woche zum Vorschlag von Verdi äußern", sagte ein Post-Sprecher.

Deutsche Post
Deutsche Post 52,47

Die Gewerkschaft hat dem Dax-Unternehmen bis heute Nachmittag Zeit gegeben, das Angebot anzunehmen. Andernfalls will sie die Verhandlungen für gescheitert erklären und zu Streiks aufrufen. "Wir haben der Deutschen Post AG ein umfassendes Gesamtpaket vorgelegt, das in der Lage ist, den schweren Tarifkonflikt zu befrieden", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. "Die Konzerntarifkommission hat beschlossen, dass bei einer Ablehnung des Angebots durch die Deutsche Post AG die Tarifverhandlungen gescheitert sind."

Verdi fordert eine Rückkehr von mehr als 6000 ausgegliederten Paketzustellern in den Haustarifvertrag. Sie arbeiten derzeit für eine regionale Gesellschaft und werden dort nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes bezahlt. Die Post betont, dass dieser Tarifvertrag mit Verdi ausgehandelt sei.

Im Gegenzug für eine Rückkehr der Zusteller unter das Dach der Post will die Gewerkschaft für dieses Jahr auf eine lineare Lohnerhöhung verzichten. Sie schlägt allerdings eine Einmalzahlung von 500 Euro und ein Lohnplus von 2,7 Prozent im kommenden Jahr vor. Der Tarifvertrag hätte eine Laufzeit von 27 Monaten. Die Post hatte auf das Angebot zunächst skeptisch reagiert, es aber nicht direkt abgelehnt.

Das Unternehmen habe ein strukturelles Problem, weil die Löhne doppelt so hoch seien wie bei den Wettbewerbern, hatte Post-Personalvorstand Melanie Kreis betont. Im Schnitt würden Stundenlöhne von 17,70 Euro gezahlt. Das gefährde die Zukunft des Unternehmens. Das Angebot der Gewerkschaft bedeute zudem Mehrbelastungen von 250 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, wne/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.