Wirtschaft

Schlimmer als die Bundesbahn Deutsche Bahn erwartet Schuldenrekord

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Mehrere ICE der Deutschen Bahn stehen auf Abstellgleisen am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main.

dpa

Ihren Betriebsgewinn kann die Deutsche Bahn vergangenes Jahr auf 2,15 Milliarden Euro steigern. Der Schuldenstand sinkt dadurch aber nicht, sondern steigt sogar höher als 1994 zum Ende der Bundesbahn. Schuld ist eine "Qualitäts- und Investitionsoffensive".

Trotz milliardenschwerer Finanzspritzen des Steuerzahlers werden die Schulden der Deutschen Bahn dieses Jahr höchstwahrscheinlich auf einen Rekordstand klettern. Aufgrund der notwendigen Qualitäts- und Investitionsoffensive sei davon auszugehen, dass 2018 eine "Verschuldung in Höhe von 20 Milliarden Euro erreicht wird", heißt es in Konzernunterlagen. Dies ist mehr, als die Bundesbahn aufgetürmt hatte, bevor sie 1994 in die Bahn AG umgewandelt wurde und ihr die Schulden erlassen wurden.

Schon 2017 seien die Schulden um eine Milliarde Euro auf 18,6 Milliarden gestiegen, heißt es in den Unterlagen. Der Anstieg sei noch durch den Teil-Verzicht des Bundes auf Dividenden-Zahlungen und die Kapitalspritze von einer Milliarde Euro gedämpft worden. Grund sei auch eine "wirtschaftliche Schieflage" des Deutschland-Geschäfts, besonders der Güterbahn.

Die Bahn konnte 2017 zwar den Betriebsgewinn um 200 Millionen Euro auf 2,15 Milliarden Euro steigern. Dies ist aber in erster Linie der internationalen Spedition Schenker sowie dem boomenden Fernverkehr von IC und ICE zu verdanken. Nach Abzug von Zinszahlungen für die Schulden, Steuern und der Dividende für den Bund bleiben dem Staatskonzern unter dem Strich aber nur etwas über 300 Millionen Euro - zu wenig, um notwendige Investitionen zu bezahlen.

Bedrohlich wird den Unterlagen zufolge zudem erneut die Lage beim kriselnden Güterverkehr DB Cargo. Obwohl dort erst 2015 rund 1,3 Milliarden Euro abgeschrieben werden mussten, was dem Konzern den ersten Verlust seiner Geschichte bescherte, droht eine Wiederholung: Schon eine Ergebnisverschlechterung von jährlich über 15 Millionen Euro gegenüber der Planung habe "einen erneuten Wertminderungsbedarf zur Folge", heißt es in den Dokumenten. Und: "Den Risiken von DB Cargo gegenüber der aktuellen Planung stehen keine wesentlichen Chancen gegenüber." 2017 hat die Güterbahn einen Verlust von 90 Millionen Euro eingefahren und damit den Plan um den gleichen Betrag verfehlt. Die Bahn wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Quelle: n-tv.de, chr/rts

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