Wirtschaft

Schlechte Nachrichten aus den USA Deutsche-Bank-Aktie markiert neues Tief

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Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs der Deutschen-Bank-Aktie fast halbiert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Verfall des Wertpapiers von Deutschlands größtem Geldhaus hält an. Nach einem desolaten Urteil des IWF und dem Scheitern der US-Tochter beim Stresstest geht es bergab auf ein neues Rekordtief. Sogar Nivea-Hersteller Beiersdorf ist mittlerweile mehr wert.

Einen neuen historischen Tiefpunkt erreichen die Aktien der Deutschen Bank. Das Papier des größten deutschen Geldhauses fiel an der Frankfurter Börse um bis zu 4,8 Prozent auf ein Rekordtief von 12,05 Euro. Es ist ein weiterer Rückschlag nach einer ganzen Reihe von Minusrekorden in den vergangenen Wochen.

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Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist Deutschlands größtes Geldhaus das riskanteste Kreditinstitut der Welt. Und die US-Tochter der Deutschen Bank ist zum zweiten Mal durch den Stresstest der Federal Reserve gefallen. "Ein neuer Tag, neue schlechte Nachrichten zur Deutschen Bank", sagt ein Händler.

Sollten Aktien der Deutschen Bank unter 12 Euro auf neue Tiefstände fallen, dürfte sich nach Aussage von Händlern der Kursdruck noch verschärfen. Das Tagestief von 12,05 Euro ist der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs nochmals fast halbiert. An der Börse wird die Bank mittlerweile niedriger bewertet als beispielsweise der Nivea-Hersteller Beiersdorf oder der Chemie-Konzern Linde.

Bankenaktien europaweit unter Druck

Der Internationale Währungsfonds hat festgestellt, die Deutsche Bank sei "der wichtigste Nettolieferant von Systemrisiken". Die US-Notenbank attestierte der US-Tochter der Deutschen Bank beim jährlichen Stresstest zwar Fortschritte, diese genügten aber nicht. Händler sagen, eine möglicherweise notwendige Kapitalerhöhung der Deutschen Bank werde durch solche Aussagen erschwert.

"Die Nachrichten aus den USA kommen nicht gut an", sagte ein Aktienhändler. Ein anderer fügte hinzu: "Ein neuer Tag mit einer neuen negativen Geschichte für die Deutsche Bank." Auch die US-Sparte der spanischen Großbank Santander bestand den Stresstest der Fed nicht und scheiterte damit das dritte Jahr hintereinander. Santander-Aktien fielen an der Madrider Börse um 3,2 Prozent auf 3,37 Euro. Die Analysten von Morgan Stanley senkten ihr Kursziel für die Standander-Titel auf 4,40 Euro von 4,80 Euro.

In den Abwärtsstrudel gerieten auch andere Großbanken in Europa. Commerzbank büßten 1,8 Prozent ein. Unicredit verloren mehr als fünf Prozent und trugen die rote Laterne im europäischen Bankenindex, der mehr als zwei Prozent nachgab. Europas Bankensektor war einer der Hauptgewinner in der Markterholung der vergangenen Börsentage.

Quelle: ntv.de, kst/DJ/rts

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