Wirtschaft

BGH bestätigt Kirch-Urteil Deutsche-Bank-Chefs bleiben freigesprochen

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Der BGH bestätigte die Freisprüche der ehemaligen Vorstandschefs Rolf Breuer, Josef Ackermann und Jürgen Fitschen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Drei ehemalige Chefs der Deutschen Bank können aufatmen. Der BGH bestätigt den Freispruch für Josef Ackermann und seine Kollegen. Nach der Insolvenz des Kirch Medienkonzerns war ihnen eine Mitschuld am Untergang vorgeworfen worden.

Die frühere Führungsriege der Deutschen Bank muss wegen der Pleite des Medienkonzerns Kirch keine Strafverfolgung mehr befürchten. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte die Freisprüche der ehemaligen Vorstandschefs Rolf Breuer, Josef Ackermann und Jürgen Fitschen von Betrugsvorwürfen. Das Urteil weise keine Widersprüche, Lücken oder falsche Begründungen auf. Damit sei es rechtskräftig.

Das Landgericht München I hatte sie zunächst 2016 im Zusammenhang mit der Pleite des Medienkonzerns Kirch von Betrugsvorwürfen freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich vor dem BGH-Urteil nach wie vor überzeugt davon, dass die Top-Manager in einem Zivilprozess um Schadenersatz in Absprache falsch ausgesagt haben - damit hätten sie die Deutsche Bank vor hohen Zahlungen bewahren wollen. In Karlsruhe wollte sie erreichen, dass das Urteil aufgehoben und der Prozess neu aufgerollt wird. Für die Deutsche Bank ist die Causa Kirch mit dem Freispruch nach 17 Jahren endgültig ausgestanden.

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte Breuer und die Deutsche Bank für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht. Breuer hatte Anfang 2002 in einem Fernseh-Interview in Zweifel gezogen, dass Kirch noch jemand Geld geben werde. Zwei Monate später musste dieser Insolvenz anmelden. Mittlerweile hat sich die Bank mit den Kirch-Erben auf einen Vergleich geeinigt und 925 Millionen Euro gezahlt.

Geblieben war der alte Vorwurf, Breuer habe Kirchs Kreditwürdigkeit absichtlich erschüttern wollen, um der Deutschen Bank Vorteile zu sichern. Die Staatsanwaltschaft warf den drei Angeklagten vor, das Gericht angelogen zu haben, um das zu vertuschen. Sie hatte für Breuer und Ackermann Haftstrafen gefordert, für Fitschen eine Bewährungsstrafe. Die Deutsche Bank sollte eine Geldbuße zahlen. Der Verhandlung am 22. Oktober waren Breuer, Ackermann und Fitschen ferngeblieben. In München waren noch zwei weitere Ex-Top-Manager des Geldhauses angeklagt. Ihre Freisprüche sind bereits rechtskräftig.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa