Wirtschaft

Sewing soll auf Cryan folgen Deutsche Bank steht vor Führungswechsel

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Deutsche-Bank-Vizechef Christian Sewing soll bald befördert werden.

(Foto: imago/Hannelore Förster)

Aufsichtsratschef Achleitner hat sich anscheinend für einen Wechsel an der Unternehmensspitze der Deutschen Bank entschieden: Für den Briten Cryan soll der bisherige Vizechef Sewing den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Deutsche-Bank-Vizechef Christian Sewing soll an die Spitze des Kreditinstituts rücken. Aufsichtsratschef Paul Achleitner wolle Sewing als Nachfolger des jetzigen Vorstandsvorsitzenden John Cryan installieren, berichtet der "Spiegel". Den Wechsel wolle Achleitner dem Kontrollgremium am Abend vorschlagen. Sewing solle zur Hauptversammlung im Mai die Führung übernehmen. Eine Sprecherin der Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Sewing ist neben Marcus Schenck einer der beiden Vizechefs des größten deutschen Geldhauses und leitet die Privatakundensparte. Die "Bild"-Zeitung schreibt ohne Angabe von Quellen, Achleitner werde einen Deutschen als Nachfolger von Cryan präsentieren. Gehandelt würden Sewing, Schenck sowie Finanzvorstand James von Moltke. Die Deutsche Bank hatte am Samstagabend bestätigt, dass noch am Sonntag über die Zukunft des angeschlagenen Vorstandschefs Cryan beraten werde. Der Aufsichtsrat werde sich am Abend mit der Personalie beschäftigen, teilte sie in einer knappen Pflichtveröffentlichung mit.

Cryan war 2015 als Sanierer angetreten, um die Deutsche Bank aus der Krise zu steuern. In den vergangenen Monaten hat der 57-jährige Brite aber mehrere Rückschläge erlitten. Für 2017 meldete die Bank - vor allem wegen der US-Steuerreform - das dritte Verlustjahr in Folge.

Zwar konnte der Bankchef einen Teil der problematischen Themen abarbeiten, allen voran gefährliche Rechtsstreitigkeiten. Jedoch ist es ihm bislang nicht gelungen, das einst so gewinnträchtige Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank auf Vordermann zu bringen. Kurz vor Ostern schockierte der Vorstand die Anleger sogar mit der Nachricht über deutlichen Gegenwind in der Sparte. Die Aktie hat seit Jahresbeginn erheblich an Wert verloren. Cryan selbst hatte zu diesem Zeitpunkt noch angedeutet, dass er bleiben will. Sein Vertrag läuft regulär bis 2020.

Quelle: ntv.de, mba/rts