Wirtschaft

Neue Mittelfristziele erwartet Deutsche Börse bestätigt Ziele

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Die Deutsche Börse verdiente im Sommer weniger.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Wenig schwankende Börsen und niedrige Zinsen in den USA haben beim Handelsplatzbetreiber Deutsche Börse für einen nicht ganz sonnigen Sommer gesorgt. Am Ende aber sieht sich das Unternehmen auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Im Fokus steht nun die Bekanntgabe der neuen Strategie.

Für die Deutsche Börse hat sich der Sommer schwierig gestaltet. Der zyklische Gegenwind machte dem Börsenbetreiber erheblich zu schaffen. Geringere Börsenschwankungen und niedrige Zinsen in den USA belasteten. Die beiden wichtigsten Sparten Eurex und Clearstream schrumpften. Dennoch haben die Eschborner das Ziel eines bereinigten Überschusses von rund 1,2 Milliarden für 2020 bestätigt. Allerdings macht der Börsenbetreiber das Erreichen davon abhängig, dass sich die Aktivität an den Märkten im vierten Quartal wieder etwas erhöht.

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Zwischen Juni und Ende September fielen die Einnahmen auf 708 Millionen Euro, nach 734 Millionen im Vorjahr. Analysten hatten mit Umsätzen von 719 Millionen Euro gerechnet. Die bereinigten operativen Kosten stiegen auf 288 Millionen Euro und blieben damit leicht unter der Marktschätzung. Unbereinigt lagen die Kosten unverändert bei 320 Millionen. Sondereffekte resultierten aus Kosten für Übernahmen, Beratungsleistungen sowie Maßnahmen zur Senkung der strukturellen Kosten.

Das operative Ergebnis (Ebitda) fiel auf 400 Millionen Euro. Das von den Anlegern stärker beachtete bereinigte Ebitda fiel auf 431 Millionen von 462 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Am Ende blieben 236 Millionen Euro hängen - etwas weniger als im Vorjahr.

Mit Blick auf die einzelnen Sparten fielen die Nettoerlöse bei Eurex auf 232 Millionen Euro. Hier machte sich eine niedrigere Aktivität im Handel mit Finanz- und Zinsderivaten bemerkbar. Bei Clearstream fielen die Umsätze auf 191 Millionen Euro - nicht zuletzt wegen einbrechender Zinserträge. Auch bei EEX und 360T fielen die Erlöse.

Die Blicke richten sich nun auf den Investorentag am 18. November. Auf diesem wird Börsenchef Theodor Weimer die neue Wachstumsinitiative "Compass 2023" vorstellen, den Nachfolger der "Roadmap 2020". Neben einem Strategie-Update werden vermutlich neue Mittelfristziele genannt. Strukturelles Wachstum sowie Wachstum durch M&A-Aktivitäten dürften die beiden Eckpfeiler des neuen Plans bilden.

Gerade hat die Deutsche Börse im Übernahmepoker um die Borsa Italiana das Nachsehen gehabt. Die Suche nach geeigneten Kandidaten wird aber weitergehen. Nachgesagt wird dem Börsenbetreiber ein Interesse an der Fondsplattform IKS der DWS sowie der Fondsplattform Allfunds. Sollten die Eschborner nicht fündig werden, könnten alternativ auch Aktienrückkäufe zum Thema werden.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ