Wirtschaft

Import von FFP2-Masken "Deutsche Hersteller gucken in die Röhre"

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Technisat produziert monatlich nach eigenen Angaben rund 13 Millionen FFP2-Masken.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Gegen die Konkurrenz aus Fernost haben deutsche Hersteller von FFP2-Masken oft keine Chance - trotz Förderprogrammen. Stefan Kön, Geschäftsführer von Technisat, kritisiert Ungleichbehandlung und Intransparenz bei der Auftragsvergabe.

Mehr Masken "Made in Germany" - das war der Plan von Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Um die heimische Maskenproduktion anzukurbeln, trägt der Bund bis zu 30 Prozent der Kosten, die beim Aufbau von Produktionsanlagen anfallen. Auch der Elektronikhersteller Technisat aus Daun in der Eifel nahm die Förderung in Anspruch und stieg in die Herstellung von FFP2-Masken ein. "Es hieß, der Bund vergibt an die Firmen, die in Deutschland investieren, feste Aufträge. Das ist aber im Nachhinein so nicht passiert", kritisiert Geschäftsführer Stefan Kön im Podcast "Die Stunde Null".

Stattdessen bezieht der Bund einen Großteil der Masken weiterhin aus Fernost: "Wir gucken in die Röhre, wenn es um die Auftragsvergabe geht," sagte Kön. Dabei war das Ziel des Förderprogramms, Deutschland weniger abhängig von Maskenimporten zu machen. Noch dazu gab es in der Vergangenheit vermehrt Beschwerden über Produktfälschungen und Qualitätsmängel bei den importierten Masken. Kön bemängelt Intransparenz bei den Ausschreibungen, die oft an den heimischen Betrieben vorbeiliefen oder überhaupt nicht stattfänden. Stattdessen würden "die Aufträge nicht öffentlich irgendwo an bekannte Firmen vergeben."

Auch die Europäische Vergaberichtlinie, die den Kauf zum günstigsten Preis vorsieht, macht es heimischen Produzenten wie Technisat schwer, dessen Masken nach Schätzung von Kön rund 30 bis 35 Cent teurer sind. Kön fordert eine Gleichbehandlung aller Unternehmen. "Wir als deutsche Firma werden immer relativ schnell zu Regress gezogen. Das ist auch richtig so. Aber nichtsdestotrotz gibt es erwiesenermaßen sehr viele Produkte auf dem Markt aus Fernost, die vorgegebene Normen nicht einhalten. Und wir fragen uns: Warum werden da die Aufsichtsbehörden nicht wach und ziehen die mal vom Markt weg?"

Rund 13 Millionen FFP2-Masken produziert Technisat pro Monat, ein Großteil vertreibt das Unternehmen über den eigenen Online-Shop und an Fachhändler. Die Maskenherstellung sehe man mittlerweile als "zweites Standbein" - denn Kön geht davon aus, dass der Bedarf weiterhin hoch bleibt.

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Was Stefan Kön unternimmt, um öffentliche Aufträge an Land zu ziehen
  • Wie das Kerngeschäft von Technisat von der Pandemie betroffen ist - und was in im letzten Jahr am meisten nachgefragt wurde
  • Was sich Stefan Kön von der Politik in Sachen Corona-Management wünscht

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Quelle: ntv.de, mbo

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