Wirtschaft

Niedrigster Stand seit 1997 Deutschland baut deutlich weniger Autos

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Die Exporte deutscher Autobauer gingen im vergangenen Jahr um 13 Prozent zurück.

(Foto: imago/photothek)

Ein schwaches Jahr liegt hinter der deutschen Autoindustrie. Auch wenn die Zahl der Neuzulassungen hierzulande auf den höchsten Stand seit 2009 stieg, kann das die schwächelnde Nachfrage aus dem Ausland nicht ausgleichen. Einbrechende Exportzahlen wirken sich massiv auf die Produktion aus.

Obwohl die Nachfrage nach neuen Autos hierzulande auf den höchsten Stand seit zehn Jahren klettert, geht die Produktion der deutschen Autoindustrie im vergangenen Jahr deutlich zurück. Grund sei die international schwächere Nachfrage, welche die Exporte drücke, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit.

Im Gesamtjahr 2019 wurden demnach knapp 4,7 Millionen Autos hergestellt - das ist ein Minus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Stand seit 1997. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei den Exporten ins Ausland aus: Knapp 3,5 Millionen Autos, die 2019 an Kunden in aller Welt ausgeliefert wurden, bedeuten einen Rückgang um 13 Prozent.

Allein im Dezember exportierten die deutschen Autobauer nur rund 213.000 Autos, 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Produktion belief sich im letzten Monat des abgelaufenen Jahres auf rund 276.000 Fahrzeuge - ein Minus von sieben Prozent.

Starker Zuwachs bei Neuzulassungen

Die Zahl der neu angemeldeten Autos in Deutschland nahm im vergangenen Jahr dagegen zu. Dem VDA zufolge wuchs der Automarkt 2019 um fünf Prozent auf 3,6 Millionen Neuzulassungen. Vor allem Firmen kauften neue Fahrzeuge: Knapp zwei Drittel aller Zulassungen waren nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts gewerblich.

Der deutsche Automarkt ist also in Bestform: Zuletzt sei das Marktvolumen mit 3,9 Millionen Pkw im Jahr 2009 höher gewesen, erklärte der VDA. Im Dezember 2019 überschritten die Neuzulassungen demnach mit rund 283.000 Autos das Vorjahresniveau um 20 Prozent. Branchenexperten vermuten jedoch, dass viele Hersteller zum Jahresende noch zahlreiche Fahrzeuge mit Rabatten in den Markt gedrückt haben, um ihre Absatzzahlen aufzupolieren. Die Neuzulassungen ausländischer Marken stiegen im Gesamtjahr 2019 um fünf Prozent auf knapp 1,1 Millionen Fahrzeuge.

Mit einem Anteil von 18,5 Prozent war VW laut Kraftfahrtbundesamt weiterhin stärkste deutsche Marke in der Neuzulassungsbilanz 2019. Ein starkes Wachstum verzeichneten hingegen KBA Smart mit rund 20 Prozent, gefolgt von Ford und Porsche, die bei den Neuzulassungen jeweils um rund 10 Prozent zulegen konnten. Auf der Verliererseite standen die Marken Mini mit einem Minus von etwa einem Prozent und Opel, die mehr als fünf Prozent einbüßten.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP/rts