Wirtschaft

Ex-Deutsche-Bank-Ökonom Deutschland steckt schon in der Rezession

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Das Urteil des Top-Ökonomen Mayer beruht auf einer umfassenden Analyse aller wichtigen Konjunkturindikatoren.

(Foto: picture alliance / Julian Smith/)

Die offiziellen Wachstumszahlen zeigen bislang nur einen kleinen Knick nach unten. Nun offenbart ein neuer Indikator ein düsteres Bild: Danach könnte Deutschland bereits im April in die Rezession gerutscht sein.

Die Bundesrepublik droht laut dem ehemaligen Deutsche-Bank-Chefökonom Thomas Mayer nicht nur in die Rezession zu rutschen, sie steckt bereits seit April dieses Jahres mittendrin. Laut der Zeitung "Welt am Sonntag" beruht sein Urteil auf einer umfassenden Analyse aller wichtigen Konjunkturindikatoren. Der Zeitung liege die Studie exklusiv vor, heißt es.

Noch vor einem Monat hatte Mayer dem Deutschlandfunk gesagt, eine Rezession in Deutschland sei nicht sicher, aber man müsse damit rechnen. Andere Experten wie Holger Schmieding von der Privatbank Berenberg oder Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel seien ebenfalls der Überzeugung, dass die deutsche Wirtschaft seit dem Sommer schrumpft, schreibt das Blatt weiter.

Die offiziellen Wachstumszahlen zeigten bisher zwar nur einen leichten Knick nach unten. Das liege jedoch nach Einschätzung von Experten vor allem an noch fehlenden Daten und deren Interpretation. Laut gängiger Definition spricht man von einer Rezession, wenn das Wirtschaftswachstum zwei Quartale in Folge im Vergleich zum Vorquartal fällt. "Doch das bloße Abzählen von Quartalen hat kaum Aussagekraft", wird Kooths zitiert. "So blendet es aus, von welchem Niveau die Wirtschaftsleistung kommt."

Mayer, der mittlerweile für den Vermögensverwalter Flossbach von Storch arbeitet, analysiere die Konjunktur deshalb nach US-Vorbild und anhand von Wendepunkten - nach denen es entweder auf- oder abwärts geht, schreibt die "Welt am Sonntag". Vor einem halben Jahr sei höchstwahrscheinlich ein solcher Punkt erreicht worden. Vor allem der von den USA ausgelöste Handelsstreit mit China und der Europäischen Union wirkten sich immer stärker aus. Hinzu komme die Unsicherheit über den Brexit.

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2019 leicht geschrumpft. Sollte es auch im dritten Quartal ein Minus gegeben haben - die Daten kommen Mitte November - wäre Deutschland ganz offiziell in der Rezession.

Quelle: n-tv.de, ddi/DJ

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