Wirtschaft

Bundesnetzagentur warnt Deutschland verfehlt Sparziel beim Gas

Ein digitaler Regler signalisiert einen abgestellten Heizkörper.

Ein digitaler Regler signalisiert einen abgestellten Heizkörper.

(Foto: Jens Büttner/dpa)

Anfang Dezember ist es in Deutschland vergleichsweise kalt. Der Gasverbrauch fällt entsprechend höher aus. Doch auch temperaturbereinigt waren die Sparanstrengungen in dieser Saison schon mal erfolgreicher, wie Daten der Bundesnetzagentur zeigen.

Deutschland muss Gas sparen - und zwar mindestens 20 Prozent zum Vorjahresverbrauch. So soll nach den Plänen der Bundesnetzagentur eine Mangellage im Verlauf des Winters verhindert werden. In der vergangenen Woche wurde dieses Sparziel jedoch klar verfehlt. Das geht aus den Verbrauchsdaten der Behörde hervor, die immer donnerstags veröffentlicht werden.

Demnach lag der Gasverbrauch in Industrie, Gewerbe und Haushalten in der Kalenderwoche 48 (28. November bis 4. Dezember) nur noch rund 13 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der vergangenen vier Jahre. Insbesondere bei den Großkunden aus der Industrie gab es einen Anstieg gegenüber der Vorwoche (+ 21 Prozent). Haushalte und Gewerbe haben ihren Verbrauch seit der Vorwoche nur moderat um gut 7 Prozent gesteigert.

Hinweis: Über das Drop-Down-Menü über der Grafik können Sie die Ansicht wechseln und den Verbrauch der Industrie und der Haushalte gesondert betrachten.

Ein Teil des Mehrverbrauchs lässt sich durch sinkende Temperaturen erklären. Im Vergleich zu den Referenzjahren 2018 bis 2021 war es im Wochenmittel zuletzt 0,7 Grad Celsius kälter.

Doch selbst temperaturbereinigt bleiben die Einsparungen hinter den Erwartungen zurück. Dazu werden die aktuellen Verbrauchsdaten mit den Erfahrungswerten der Vorjahre bei ähnlichen Witterungsbedingungen verglichen. Das Ergebnis: Statt der anvisierten 25 Prozent wurden in der vergangenen Woche nur knapp 16,5 Prozent weniger Gas verbraucht als im Referenzzeitraum.

In dieser Woche geht die Bundesnetzagentur sogar von einem noch deutlicheren Temperaturunterschied von mehr als 2 Grad Celsius unter dem Durchschnitt der Vorjahre aus. "Es ist daher mit einem deutlichen Mehrverbrauch zu rechnen", heißt es dazu im aktuellen Lagebericht der Behörde.

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Die Gasversorgung gilt trotzdem als stabil. Die Speicher sind weiterhin gut gefüllt - auch wenn mittlerweile überwiegend ausgespeichert wird. Grund zur Sorge besteht erst, wenn sich die Gasspeicher schneller leeren als erwartet. Sollte der Füllstand zum Jahreswechsel beispielsweise weniger als 70 Prozent betragen, wechselt der Indikator zum Gasspeicherfüllstand laut der Definition der Bundesnetzagentur auf "angespannt". Weniger als 61 Prozent werden als "kritisch" eingestuft.

Quelle: ntv.de, lst

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