Wirtschaft

Cannabis berauscht die Börse Diese Aktien machen high

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Cannabis macht viele Anleger wuschig.

(Foto: REUTERS)

In Kanada beginnt der legale Verkauf und Konsum von Cannabis. Unternehmen, die bislang die Hanfpflanze nur für medizinische Zwecke produzierten, versprechen sich hohe Gewinne - an der Börse geht es für Cannabis-Aktien aufwärts.

In Kanada entsteht ein neuer Milliardenmarkt: Ab heute sind Konsum und Verkauf der Cannabis-Pflanzen legal, Unternehmen hoffen auf rasant steigende Umsätze und hohe Gewinne. Besitzer von Cannabis-Aktien freuten sich schon in den vergangenen Wochen über steigende Kurse und spekulieren nun darauf, dass es für die Papiere weiter nach oben geht.

Erwachsene dürfen bis zu 30 Gramm für den Eigenverbrauch besitzen und vier Hanfpflanzen zu Hause haben. Kanada legalisiert damit als erstes Industrieland Anbau und Verkauf von Cannabis - ein Vorstoß der schon seit Monaten geplant war und auf den sich die kanadische Cannabis-Industrie vorbereitet hat.

Eine Studie des kanadischen Marktforschungsinstituts Oraclepoll zeigt das Potenzial: 39 Prozent der Befragten, die bislang noch kein Cannabis konsumieren, gaben an, das künftig ausprobieren zu wollen - wenn die Beschaffung legal ist. Das landeseigene Statistikbüro Statistics Canada rechnet damit, dass die Cannabis-Branche bis zum Jahresende ein Volumen von rund einer Milliarde kanadischen Dollar (umgerechnet 660 Millionen Euro) haben werde.

Lange Marktführer: Canopy Growth

Einer der kanadischen Hauptproduzenten ist Aurora Cannabis. Die Firma baut Cannabis auf einer Fläche von rund 55 Hektar an den Hängen der Rocky Mountains an. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen den wesentlich kleineren Rivalen Cannimed Therapeutics geschluckt. Im Mai kündigte die Firma dann an, einen weiteren Konkurrenten und Cannabis-Produzenten - Medreleaf - für umgerechnet 2,1 Milliarden Euro  kaufen zu wollen.

Neben Aurora Cannabis zählen Tilray und Canopy Growth zu den kanadischen Schwergewichten, die den dortigen Cannabis-Markt dominieren. Mit den Übernahmen soll Aurora Cannabis den bisherigen weltweiten Marktführer überholt haben - Canopy Growth.

Canopy Growth wurde 2014 gegründet und hat seinen Sitz in Smith Falls in unmittelbarer Nähe der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Zu dem Konzern, der seit 2016 auch die Lizenz deutscher Behörden für den Export von medizinischem Cannabis besitzt, gehört auch das Tochterunternehmen Tweed. Seit Monaten schon hat der Konzern im Zuge der bevorstehenden Cannabis-Legalisierung seine Produktionsstätten stark ausgeweitet.

Gemessen am Börsenwert liegt Canopy Growth noch vor Aurora Cannabis. Canopy Growth, dessen Kurs unter dem Namen Weed - englisch für Gras - gelistet ist, ist an der Börse umgerechnet 10 Milliarden Euro wert, Aurora 8,8 Milliarden.

Seit September sind die Kurse bei den großen Cannabis-Unternehmen stark gestiegen. Vor diesem Hintergrund legte Tilray an der US-Nasdaq im Juli ein gutes Börsendebüt hin. Das Unternehmen produziert neben Cannabis-Blüten auch Extrakte und exportiert seine Produkte beispielsweise nach Europa, Australien und Chile. Seit dem Börsengang hat sich der Kurs der Aktie zwischenzeitlich verdreifacht.

Rekordumsätze erwartet

Traditionelle Kapitalgeber für aufstrebende Unternehmen wie Banken seien derzeit noch "vorsichtig, werden aber immer interessierter", zitiert "Bloomberg" Christopher Barry, der Cannabis-Unternehmen bei ihrer Finanzierung berät. Analysten erwarten, dass die Umsätze mit der Öffnung des Verkaufs für den Freizeitverbrauch regelrecht durch die Decke gehen. Zur Einordnung: Canopy Growth setzte im abgelaufenen Fiskaljahr umgerechnet knapp 52 Millionen Euro um. Bei Tilray sagen Analysten für das kommende Jahr eine Verzehnfachung des Umsatzes voraus, bei Aurora Cannabis eine Versechsfachung.

Die kanadische Regierung, die die Legalisierung von Cannabis als Freizeitdroge auf den Weg gebracht hat, will mit dem Schritt dem illegalen Markt den Nährboden entziehen - und sie wird am Konsum mitverdienen. Pro verkauftem Gramm kassiert sie einen kanadischen Dollar Steuern, das sind rund 66 Euro-Cent. Zusätzlich werden 13 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Etwa dreiviertel der Einnahmen gehen an die kanadischen Provinzen, der Rest geht an den Staat.

Quelle: n-tv.de

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