Wirtschaft

200 Millionen Euro für E-Autos EU sponsert Batterie-Entwicklung

109868561.jpg

Mercedes bringt mit dem Model EQC Elektromobilität in Serie. Die Batteriezellen hat der Hersteller aber nicht selbst entwickelt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Europas Automobilhersteller entwickeln allesamt Elektroautos. Die benötigten Batteriezellen stammen aber aus Asien, weil hiesige Firmen die Entwicklungskosten scheuen. Damit Europa nicht in Abhängigkeit gerät, macht die EU-Kommission Geld locker.

Die EU-Kommission will die Entwicklung leistungsfähiger Batteriezellen in den kommenden zwei Jahren mit fast 200 Millionen Euro fördern. Im Januar 2019 solle ein Aufruf zur Forschung an Projekten starten, die mit dem Batteriesektor in Verbindung stehen, sagte EU-Energiekommissar Maros Sefcovic in Brüssel. Dafür sollten 114 Millionen Euro aus dem EU-Forschungsprogramm "Horizon" stammen. Im Folgejahr sollten weitere 70 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung gestellt werden.

Wegen der wachsenden Zahl von Elektroautos in Europa steigt in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Batterien sowie Batteriezellen. Derzeit kaufen viele Autobauer ihre Zellen jedoch in Asien und bauen diese dann selbst zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammen. Vor einem Jahr hatten mehreren EU-Staaten und Vertreter aus der Wirtschaft deshalb eine sogenannte Batterie-Allianz gegründet.

Um im Wettbewerb mit Asien Boden gut zu machen, sollen Unternehmen auch staatlich gefördert werden können. Voraussetzung dafür sei, dass mindestens zwei EU-Staaten an einem Projekt beteiligt seien und es sich um bahnbrechende Technologien handele. Dann könnten in der Anfangsphase bis zur ersten Anstellung von Personal bis zu 100 Prozent der Kosten gedeckt werden.

"Wir werden unsere Anstrengungen beschleunigen, weil der globale Wettbewerb hart ist", sagte Sefcovic. Staatliche Beihilfen für einzelne Firmen sind in der EU eigentlich untersagt. Ausnahmen gibt es etwa, wenn diese mit europäischen Zielen bei der wirtschaftlichen Entwicklung begründet werden können.

Erst kürzlich hatte der Weltklimarat der Vereinten Nationen in einem Sonderbericht rasches Handeln in allen Bereichen gefordert, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Es ist offensichtlich, dass wir in allen Wirtschaftsbereichen unser Möglichstes tun müssen", sagte Sefcovic.

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

Mehr zum Thema