Wirtschaft

Springer angeblich interessiert Ebay prüft Verkauf der Kleinanzeigen

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Ebay will angeblich seine Kleinanzeigen-Abteilung loswerden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Online-Handelsplattform Ebay lotet angeblich einen Verkauf ihrer Kleinanzeigen-Sparte aus. Insider taxieren den Wert auf bis zu zehn Milliarden Euro. Zu den Interessenten gehört wohl auch ein Berliner Medienkonzern. Der macht derweil Geld für Investitionen locker - und kürzt die Dividende.

Ebay leitet konkrete Schritte für einen möglichen Verkauf des Kleinanzeigen-Geschäfts ein, an dem offenbar auch der Medienkonzern Axel Springer interessiert ist. Insidern zufolge sieht sich der US-Konzern nach Bietern um. Strategisches Interesse habe neben dem Berliner Konzern auch der südafrikanische Technologieinvestor Naspers geäußert. Zudem hätten die Beteiligungsgesellschaften TPG und Blackstone bei Ebay angeklopft.

Der Wert des Kleinanzeigen-Geschäfts von Ebay könnte bei rund zehn Milliarden US-Dollar liegen. Erste Interessensbekundungen für die Ebay Classifieds Group seien im März fällig, meinten die Insider weiter. Ebay hatte vergangenes Jahr auch auf Druck von Finanzinvestoren das eigene Portfolio überprüft. Auch für das Kleinanzeigen-Geschäft wurden Optionen erwogen, zu denen auch eine Ausgliederung oder ein Gemeinschaftsunternehmen zählt.

Springer streicht Dividende zusammen

Derweil meldet der Medienkonzern Axel Springer, dass er seine Dividende kappt und stattdessen mehr investieren wolle. Der Vorstand schlägt eine Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2019 von nur noch 1,16 Euro vor, wie aus offiziellen Unterlagen zum geplanten Rückzug von der Börse hervorgeht. "Die Zeichen stehen auf Wachstum", sagte ein Konzernsprecher. "Mit der niedrigeren Dividende wird Geld gespart, das direkt in Wachstum gesteckt werden kann." Die Ausschüttung lag für das Geschäftsjahr 2018 bei 2,10 Euro und für 2017 bei 2,00 Euro. Der Aufsichtsrat solle am 10. März über den sogenannten Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands beraten.

Der größte Springer Eigner, der US-Finanzinvestor KKR, will zusammen mit der Verlegerwitwe Friede Springer und Springer-Chef Mathias Döpfner den Verlag von der Börse nehmen. Nach aktueller Planung soll der Prozess schätzungsweise am 4. Mai 2020 abgeschlossen sein. Mit KKR im Rücken will der Herausgeber von "Bild" und "Welt" 2020 verstärkt ins Digitalgeschäft investieren. Man werde Geld etwa in das Jobportal Stepstone und das Geschäft mit Immobilienplattformen stecken, hatte Döpfner im Dezember betont.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts