Wirtschaft

"Von Onkel Jeffrey ausgestattet"Epstein-Akten bringen Chefjuristin von Goldman Sachs zu Fall

13.02.2026, 12:30 Uhr
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Der Sexualstraftäter Epstein warf mit Geschenken um sich - was jetzt zahlreiche Prominente in Bedrängnis bringt. (Foto: via REUTERS)

Eine Uhr, eine Handtasche, Stiefel: Die Juristin Kathy Ruemmler beriet den Sexualstraftäter Epstein und wurde üppig beschenkt. Jetzt zieht sie die Konsequenz und verlässt Goldman Sachs. Es ist der bislang prominenteste Rücktritt in der Finanzbranche wegen Epstein.

Die Chefjuristin der US-Großbank Goldman Sachs, Kathy Ruemmler, ist nach Enthüllungen über ihre Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurückgetreten. Dies teilte der Chef des Geldhauses, David Solomon, mit. Zuvor hatten vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente gezeigt, dass die Juristin von Epstein Geschenke angenommen und ihn bei Medienanfragen zu seinen Verbrechen beraten hatte. Der Rücktritt ist der bislang prominenteste in der Finanzbranche im Zusammenhang mit den jüngst veröffentlichten Epstein-Dokumenten. Die Bank werde Ruemmler vermissen, teilte Solomon mit. Doch habe er ihren Rücktritt angenommen und ihre Entscheidung respektiert.

Ruemmler begründete ihren Rückzug mit der öffentlichen Debatte um ihre Person. "Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Medienaufmerksamkeit, die sich auf meine frühere Arbeit als Strafverteidigerin bezieht, zu einer Ablenkung wird", sagte sie der Zeitung "Financial Times". Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hatte sie Anfang Februar erklärt, sie habe Epstein als Anwältin kennengelernt. "Ich hatte keine Kenntnis von einem andauernden kriminellen Verhalten seinerseits und kannte ihn nicht als das Monster, als das er sich entpuppt hat." Ruemmler hatte Solomon ihren Rücktritt am Donnerstag angeboten, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte. Er soll zum 30. Juni wirksam werden.

Aus den Dokumenten des Justizministeriums geht hervor, dass Ruemmler von 2014 bis 2019 in engem Austausch mit Epstein stand. Epstein hatte bereits im Jahr 2008 die Förderung der Prostitution einer Minderjährigen eingestanden. Die Star-Juristin nannte Epstein in E-Mails "Onkel Jeffrey" und bedankte sich 2019 für Geschenke mit den Worten: "Bin heute total von Onkel Jeffrey ausgestattet worden! Jeffrey-Stiefel, Handtasche und Uhr!" Die neuen Dokumente haben auch andere Großbanken wie die UBS in Bedrängnis gebracht. Zur Deutschen Bank hatte Epstein ebenfalls lange Geschäftsbeziehungen unterhalten.

Epstein hatte über Jahre hinweg einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten und weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel sowie US-Techmilliardären gepflegt. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und nahm sich den US-Behörden zufolge einen Monat später in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben.

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Ruemmler (l.) war auch vor Jahren Justiziarin im Weißen Haus. (Foto: imago/ZUMA Press)

Ruemmlers Sprecherin sagte zu dem Bericht, sie habe lediglich eine berufliche Beziehung zu Epstein gehabt und nichts von seinen Verbrechen gewusst. Goldman Sachs hatte anfänglich bestritten, dass Ruemmler deswegen ihren Job verlieren könnte. Ruemmler war zuvor Staatsanwältin, Anwältin und auch Justiziarin im Weißen Haus von Präsident Barack Obama.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts

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