Wirtschaft

Lira seit Monaten auf Talfahrt Erdogan ruft Türken zu Devisentausch auf

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Lira statt Dollar: Werden die Türken ihrem Präsidenten gehorchen?

(Foto: AP)

Angesichts der angespannten Sicherheitslage in der Türkei verliert die türkische Währung immer mehr an Wert: Präsident Erdogan ist das ein Dorn im Auge. In einer Rede appelliert er an die Bürger, ihre Reserven in Lira umzutauschen. Und die Istanbuler Börse folgt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Landsleute aufgefordert, ihre Devisen in die einheimische Währung umzutauschen oder in Gold zu investieren. "An diejenigen, die ausländisches Geld unterm Kopfkissen haben: Wandelt es in Gold um, wandelt es in türkische Lira um", sagte Erdogan in einer im Fernsehen übertragenen Rede in Ankara. "Lasst die Lira an Wert gewinnen! Lasst das Gold an Wert gewinnen!"

Euro / Türkische Lira
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Die türkische Währung befindet sich seit Monaten auf Talfahrt. Ursache sind Unsicherheiten über die politische Situation in der Türkei und wachsende Sorgen wegen der angespannten Sicherheitslage. Allein im November rutschte die Währung im Verhältnis zum Dollar um rund 13 Prozent ab. Erdogan forderte die Banken erneut zur Zinssenkung auf. "Es gibt keine andere Wahl, als die Zinsen zu senken", sagte er.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte die türkische Notenbank ihren Leitzins überraschend deutlich von 7,5 Prozent auf 8,0 Prozent angehoben. Sie setzte sich mit diesem Schritt über Erdogans Aufrufe zur Zinssenkung hinweg. Der Effekt der ersten Leitzinsanhebung seit Anfang 2014 verpuffte aber, die Lira verlor weiter an Wert.

Erdogan will keine "Spiele spielen"

Nach Erdogans Ansprache stürzte die Landeswährung zudem auf neue Rekordwerte ab. Ein Dollar kostete zeitweise 3,5363 Lira, für einen Euro wurden 3,7664 Lira gezahlt. Binnen eines Jahres hat die Lira im Vergleich zum Euro damit um mehr als 20 Prozent eingebüßt. Später kündigte die Istanbuler Börse aber an, sie werde auf Erdogans Aufruf hin all ihre Devisenreserven in die einheimische Währung umtauschen - prompt erholte sich die Lira etwas.

In seiner Rede machte Erdogan für die Schwäche der Lira nicht näher bezeichnete Kräfte verantwortlich, die mit der Währung "Spiele spielen". Dagegen werde sich das Land wehren, kündigte er an. "Keine Sorge, in Kürze werden wir dieses Spiel zerstören."

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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