Wirtschaft

Weltwirtschaft schrumpft Erholung verläuft langsamer als Absturz

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Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen sind den Experten zufolge die wirksamste wirtschaftspolitische Reaktion.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise sorgt laut Ökonomen in diesem Jahr für ein Schrumpfen der Weltwirtschaft um 4,4 Prozent. Für das kommende Jahr wird derweil nur eine Erholung um 3,2 Prozent erwartet. Wie lange die Erholungsphase dauern wird und wann das Vorkrisenniveau erreicht ist, darüber herrscht keine Einigung.

Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht von Ökonomen in diesem Jahr um 4,4 Prozent schrumpfen, zeigte eine Befragung des Münchner Ifo Instituts und des Forschungsnetzes Econ Pol Europe. Für das kommende Jahr rechnen die 950 Wirtschaftsexperten mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. Damit dürfte die Erholung "langsamer verlaufen als der Absturz", so Ifo und Econ Pol Europe.

Als wirksamste wirtschaftspolitische Maßnahmen nennen die Experten Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Verbesserungen der Gesundheitssysteme, erklärten die beiden in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die Kurzarbeit sehen vor allem Ökonomen aus Ländern als "sehr geeignet" an, in denen sie eingesetzt wird.

Bei der Einschätzung zur Dauer der Erholungsphase waren sich die Experten in der Befragung vom 12. bis 29. August uneinig. Mehr als ein Drittel (36,4 Prozent) erwarten, dass die Wirtschaftsleistung im Jahre 2022 wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren wird. Für 19,4 Prozent wird eine vollständige Erholung erst im Jahr 2023 einsetzen, 24,4 Prozent sind optimistischer und rechnen schon 2021 damit. Mit einer vollständigen Erholung rechnen 15,7 Prozent erst später als 2023.

Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen sind den Experten zufolge die wirksamste wirtschaftspolitische Reaktion. Darüber hinaus halten die Befragten zeitweise Steuerstundungen für Unternehmen, Kurzarbeit und zusätzliche Kinderbetreuungsangebote in den meisten Ländergruppen für gute politische Maßnahmen.

Ausnahme sind die USA: Dort sind die befragten Experten deutlich weniger von temporären Steuerstundungen überzeugt. Insgesamt werden Liquiditätshilfen für größere Unternehmen ebenfalls als wichtig eingestuft, aber als deutlich weniger relevant als Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen.

Quelle: ntv.de, jki/DJ