Wirtschaft

Selbstausdrucken darf nix kosten Eventim muss Ticketgebühr streichen

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Einfach und bequem selbst ausdrucken - die Gebühr dafür ist jedenfalls hinfällig.

(Foto: Screenshot Eventim)

Bei Eventim fallen beim Ticketkauf in der Regel Porto- und Versandgebühren an. Das Ausdrucken zu Hause kostet ebenfalls - und das zu Unrecht, wie ein Gericht entscheidet. Der Online-Tickethändler soll nun erhobene Entgelte an Kunden zurückzahlen.

Eine Servicegebühr von 2,50 Euro für ein elektronisches Ticket zum Selbstausdrucken ist unzulässig. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden, wie die klagende Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mitteilte.

CTS Eventim
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Demnach wies das Gericht einen Revisionsantrag der Firma Eventim gegen ein Urteil von Juni 2017 des Oberlandesgerichts Bremen zurück. Die Verbraucherschützer maßen dem Urteil gegen den Marktführer in der Ticketvermittlung "grundsätzliche Bedeutung" bei.

Verbraucher können beim Online-Kauf von Tickets verschiedene Optionen wählen, wie sie an ihre Eintrittskarte kommen - unter anderem das Ausdrucken am heimischen Rechner nach Versand des Tickets per Email. Eventim erhebt dafür pauschal eine "Servicegebühr" von bis zu 2,50 Euro, "obwohl für die Übermittlung weder Porto- noch Materialkosten anfallen", kritisierte die Verbraucherzentrale.

Kunden sollen Geld zurück bekommen

Zu Unrecht erhobene Entgelte für die "ticketdirect"-Option müssten nun von Eventim an die Kunden zurückgezahlt werden, forderten die Verbraucherschützer. Passiere das nicht, werde die Verbraucherzentrale rechtlich dagegen vorgehen. Betroffene könnten zudem auf der Internetseite der Zentrale einen Musterbrief herunterladen.

"Wir nehmen das Urteil des BGH zur Kenntnis und werden dieses umsetzen", teilte das Unternehmen mit. Bis die Urteilsbegründung bekannt sei, werde der Service weiterhin zur Verfügung stehen, ohne dass Zusatzgebühren verlangt würden. Nach Angaben von Marktteilnehmern werden in Deutschland rund zehn Prozent aller Konzertkarten ausgedruckt.

Mit Live-Veranstaltungen und dem Verkauf von Online-Tickets hat der Händler und Veranstalter CTS Eventim seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 24 Prozent auf 606,6 Millionen Euro gesteigert, wie er mitteilte. Unterm Strich stieg der Gewinn um 19 Prozent auf 112,8 Millionen Euro.

Die Eventim-Aktie ging nach dem Urteil um bis zu zehn Prozent in die Knie und erreichte mit 34,36 Euro den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren. Dabei hatte sie am Vormittag noch fünf Prozent zugelegt, nachdem das Unternehmen die Delle durch die Fußball-Weltmeisterschaft im ersten Halbjahr gut weggesteckt hatte.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/rts/AFP