Wirtschaft

Insolvente Gastro-Kette Ex-Vorstand angelt sich Vapiano-Restaurants

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(Foto: picture alliance/dpa)

Vapiano ist pleite, aber zumindest für Dutzende Restaurants in Deutschland gibt es nun einen Investor. Es handelt sich ausgerechnet um ein Konsortium um den einstigen Vapiano-Vorstand Bauer.

Die Restaurantkette Vapiano hat zwei Monate nach ihrem Insolvenzantrag einen Käufer für Dutzende Restaurants in Deutschland gefunden. "Der Gläubigerausschuss hat heute dem Verkauf des wesentlichen Teils des Geschäfts der Vapiano SE und ihrer Tochtergesellschaften in Deutschland zugestimmt", teilte das Unternehmen am Abend mit.

Bei dem Käufer handelt es sich demnach um ein Konsortium unter Führung des ehemaligen Vapiano-Vorstandsmitglieds Mario C. Bauer. Der Kaufpreis liege bei insgesamt 15 Millionen Euro und die Transaktion beinhalte 30 von Vapiano betriebene Restaurants in Deutschland, hieß es weiter. Die übrigen Teile des Unternehmens seien künftig noch zu "verwerten".

Bauer war zehn Jahre lang für die Expansion des Unternehmens zuständig gewesen, wie es in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AGHZ) heißt. Demnach war er erst im Januar 2017 in den Vorstand berufen worden, bis dann im Oktober desselben Jahres die "einvernehmliche Trennung" bekannt gegeben wurde. Anschließend gründete er eine Ketchup-Firma ("Curtice Brothers"), die er auch weiterhin betreibt.

Bauer hat auch auf Frankreich-Geschäft geboten

Die Vapiano SE hatte Anfang April beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das Verfahren sei mit Wirkung zum 1. Juni eröffnet worden, hieß es nun in der Mitteilung. Die Auswirkungen der Corona-Krise waren für das ohnehin rote Zahlen schreibende Unternehmen zu viel.

Das Konsortium um Ex-Vorstand Bauer hatte sich bereits vor zwei Wochen auch das Frankreich-Geschäft gesichert. Ein "unwiderrufliches Angebot" sei abgegeben worden. Der Kaufpreis für dieses Geschäft sei nun um 3 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro erhöht worden. "Die Annahme des Angebots wird voraussichtlich in den nächsten Tagen erfolgen", hieß es. Laut AGHZ geht es dabei um 29 Restaurants in Frankreich.

Ende April hatte Vapiano das Geschäft zum Verkauf gestellt. Dabei wurde sowohl ein Verkauf des gesamten weltweiten Geschäfts der Vapiano-Gruppe als auch nur einzelner Restaurant-Portfolios und Vermögenswerte in Erwägung gezogen. Die Verhandlungen mit interessierten Investoren sollten demnach bis Ende Mai 2020 erfolgen.

Insgesamt sind bei der Vapiano SE und den ebenfalls in vorläufigen Insolvenzverfahren befindlichen operativen Tochtergesellschaften in Deutschland mehr als 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Vapiano-Tochtergesellschaften in Frankreich und Luxemburg befinden sich nicht in einem Insolvenzverfahren.

Vapiano war 2002 gegründet worden, war jahrelang auf Expansionskurs, eröffnete Restaurants in 33 Ländern und ging im Juni 2017 an die Börse. In der Folge geriet das Unternehmen dann in die Krise. Kritikern zufolge war das womöglich zu schnelle Wachstum der Kette ein Grund dafür.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa