Wirtschaft

Braun bestreitet Betrugsvorwürfe Ex-Wirecard-Chef will nichts gewusst haben

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Markus Braun will die "Schattenstrukturen und Veruntreuungen" bei Wirecard nicht bemerkt haben.

(Foto: picture alliance/dpa/Reuters Images Europe/Pool)

Knapp ein Jahr nach der Insolvenz von Wirecard äußert sich Ex-Unternehmenschef Braun in einem Interview erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn. Von den Betrügereien bei dem damaligen Dax-Konzern habe er erst aus den Akten der Ermittler erfahren. Er schiebt die Verantwortung auf jemand Anderen.

Seit seiner Verhaftung im Juli des vergangenen Jahres hat Markus Braun geschwiegen, jetzt äußert sich der frühere Chef des Skandal-Unternehmens Wirecard erstmals wieder öffentlich. Gegenüber der Wochenzeitung "Zeit" ließ der 51-Jährige über seinen Kommunikationsberater erklären, dass er von den milliardenschweren Betrügereien bei Wirecard erst aus den Akten der Ermittler erfahren habe.

Zur Erinnerung: Der ehemalige Dax-Konzern hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet, der Zahlungsdienstleister soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Treuhandkonten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Braun, einer der Hauptverantwortlichen für "gewerbsmäßigen Bandenbetrug" zu sein, bei dem die Wirecard-Chefetage über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben soll, um das Unternehmen über Wasser zu halten und Kredite zu erschwindeln.

"Zum Verbleib des Geldes kann er sicher viel sagen"

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Braun lege "entschieden Wert auf die Feststellung, dass er von diesen Schattenstrukturen und Veruntreuungen nichts wusste", heißt es in einer Vorabmeldung der "Zeit". Gegenüber der Zeitung schob er demnach die Verantwortung auf seinen früheren Geschäftspartner Jan Marsalek. Dieser saß im Vorstand der Firma, er ist seit Monaten auf der Flucht und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Staatsanwaltschaft legt ihm eine Reihe von Delikten zur Last, unter anderem gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Untreue. Das Bundeskriminalamt vermutet ihn im Ausland.

"Wenn einer zur Aufklärung etwas beitragen könnte, dann Jan Marsalek", erklärte Brauns Sprecher dazu. "Zum Verbleib des Geldes kann er sicher viel sagen". Deshalb habe niemand ein größeres Interesse daran, dass sich Marsalek stellt oder gefasst wird, als Markus Braun selbst, hieß es weiter. Darüber hinaus bestreite der einstige Unternehmenschef, dass er Journalisten bespitzelt habe.

Quelle: ntv.de, mbe/AFP

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