Wirtschaft

Pleite kam noch rechtzeitig FC Bayern entging Wirecard-Blamage

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Die Führung des FC Bayern bereitete eine Zusammenarbeit mit Wirecard vor.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Obwohl sich Anzeichen über Unregelmäßigkeiten bei Wirecard verdichteten, wollte der FC Bayern offenbar eine Partnerschaft eingehen. Kurz vor der geplanten Vertragsunterschrift wurde erst der Unternehmenschef verhaftet, dann ging der Zahlungsabwickler in die Insolvenz.

Der FC Bayern München ist nur knapp einem Image-Desaster entgangen. Der Club hatte eine enge Partnerschaft mit Wirecard geplant, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Kurz bevor die Zusammenarbeit besiegelt werden sollte, ging der Finanzkonzern pleite. Der Zeitung zufolge hatten die Bayern-Verantwortlichen Alarmsignale nicht bemerkt. Zu der Partnerschaft kam es nicht.

Im Frühsommer vergangenen Jahres waren die Verhandlungen über eine umfassende Partnerschaft demnach weit fortgeschritten und der Vertrag quasi unterschriftsreif. Die Zusammenarbeit sollte am 1. Juli beginnen und war für drei Jahre angelegt. Wirecard wollte dafür jährlich sieben Millionen Euro zahlen. "Wir freuen uns auf unsere Partnerschaft", zitiert die Zeitung aus einer Mail eines Bayern-Vorstands an Wirecard vom 10. Juni.

Zu diesem Zeitpunkt stand Wirecard unter gewaltigem Druck. Seit Langem hatte die "Financial Times" über mutmaßliche Ungereimtheiten bei dem Zahlungsdienstleister berichtet. Im Mai war die Bilanzvorlage erneut verschoben worden, der Wirtschaftsprüfer KPMG wollte nach einer Sonderprüfung die Wirecard-Vorstände nicht entlasten. Und die Aktie hatte sich zu einem Zocker-Papier entwickelt. Doch der Verein strebte offenbar dennoch weiter eine Zusammenarbeit an.

Am 18. Juni teilte das Unternehmen mit, ein angeblich in Asien liegendes Milliardenvermögen gebe es nicht. Am 23. Juni wurde Wirecard-Chef Markus Braun festgenommen, zwei Tage später ging das Unternehmen in die Insolvenz. Dem FC Bayern blieb eine Blamage erspart.

Quelle: ntv.de, jga

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