Wirtschaft

Umsatzrekord, Milliardengewinn Facebook-Anleger hadern mit Kundenplus

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Facebook-Chef Zuckerberg: Alles spitze, wenn nur das maue Kundenwachstum nicht wäre ...

(Foto: Noah Berger/FR34727 AP/dpa)

Die Werbe-Millionen sprudeln, der Umsatz explodiert, der Gewinn klettert deutlich: Alles super bei Facebook? Anleger und Analysten finden ein Haar in der Suppe - und der Aktienkurs rauscht nach unten.

Ein boomendes Geschäft mit Online-Werbung hat den Facebook-Umsatz im vergangenen Quartal auf einen neuen Höchststand getrieben. Das weltgrößte Online-Netzwerk nahm knapp 13 Milliarden Dollar ein. Das war ein Plus von 47 Prozent im Jahresvergleich. Der Gewinn stieg um ein Fünftel auf 4,27 Milliarden Dollar, wie Facebook mitteilte. Grund für den moderateren Anstieg war die Rückstellung von mehr als zwei Milliarden Dollar zusätzlich für Auslandsgewinne nach der US-Steuerreform.

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Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal 2017 um 20 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro), im gesamten Jahr erhöhte er sich um 56 Prozent auf fast 16 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Weil die Facebook-Nutzer weniger Zeit in dem Netzwerk verbrachten, reagierten die Aktionäre enttäuscht.

Rückgang der Nutzer in den USA

Facebook hat nun 2,13 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Täglich kamen 1,4 Milliarden von ihnen auf die Plattform. Das waren 32 Millionen mehr als drei Monate zuvor - das langsamste Wachstum seit 2015. Analysten hatten mit einem schnelleren Anstieg der Nutzerzahlen gerechnet. In den USA ging die Zahl täglich aktiver Nutzer sogar erstmals zurück, von 185 auf 184 Millionen.

"2017 war ein starkes Jahr für Facebook, aber es war auch ein hartes", erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. 2018 wolle sich das Unternehmen darauf konzentrieren, "dass Facebook nicht nur Spaß macht, sondern auch gut für das Wohlbefinden der Leute und für die Gesellschaft ist".

Nachbörslicher Kursrutsch

Die Aktie verlor nachbörslich zeitweise rund 5 Prozent. Anschließend erholte sich der Kurs aber wieder. Gründer und Chef Mark Zuckerberg sagte, dass Maßnahmen wie die seltenere Anzeige sich viral ausbreitender Videos bereits im vergangenen Quartal zu kürzeren Nutzungszeiten geführt hätten. So seien täglich 50 Millionen Stunden weniger bei Facebook verbracht worden.

Der neue Kurs Zuckerbergs ist, weniger Inhalte von Medien und Facebook-Seiten und mehr von Freunden und Verwandten zu zeigen. Er hatte bereits angekündigt, dass die Nutzer zunächst weniger Zeit bei dem Netzwerk verbringen würden. Auf lange Sicht werde das jedoch Facebook für sie attraktiver machen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts