Wirtschaft

Kupfer und Rohöl wieder begehrt Fed-Aussagen beruhigen Wall Street

1e9806a4b000c4ef96480878afce2c49.jpg

(Foto: AP)

Um die steigende Inflation in den Griff zu bekommen, erwägen die US-Währungshüter Ende Juli eine weitere Zinsanhebung - allerdings nicht so stark wie von einigen Investoren befürchtet. An der Wall Street sorgt die Nachricht für Erleichterung. Zu den Gewinnern des Tages gehören Aktien von Chipherstellern wie AMD und Intel.

Positiv gewertete Aussagen zur US-Geldpolitik geben der Wall Street Auftrieb. Außerdem hellten Hoffnungen auf einen Wachstumsschub beim Handelspartner China und ermutigende Geschäftszahlen des Elektronik-Konzerns Samsung die Stimmung auf.

S&P 500
S&P 500 3.594,67

Der Dow Jones Industrial legte letztlich um 1,12 Prozent auf 31.384 Punkte zu und machte seine seit Ende Juni aufgelaufenen Verluste wieder wett. Der marktbreite S&P 500 stieg um 1,50 Prozent auf 3902 Zähler und liegt damit nun exakt 19 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Januar. Damit hat er sich von seinem Eineinhalbjahrestief im Juni wieder etwas erholt. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann am Donnerstag 2,16 Prozent auf 12.109 Punkte. Er liegt knapp 28 Prozent unter seinem im November 2021 erreichten Höchststand.

Die Notenbank FED hatte in ihren am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung für Ende Juli eine weitere Zinserhöhung um einen halben oder Dreiviertel Prozentpunkt signalisiert. Für Anleger sei dies eine Erleichterung, da einige Notenbanker eine Anhebung um einen vollen Prozentpunkt ins Gespräch gebracht hatten, sagte Aktienhändler Dennis Dick vom Brokerhaus Bright Trading.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 79,89

Sollten die Inflationsdaten kommende Woche zurückgehen, werde der Schlüsselsatz voraussichtlich nur um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Bislang taxieren Investoren die Wahrscheinlichkeit hierfür auf lediglich 17 Prozent. Sie erwarten mehrheitlich einen Schritt von 0,75 Prozentpunkten. Ohnehin seien die jüngsten Rezessionsängste überzogen, sagte Kevin Thozet, Anlageberater beim Vermögensverwalter Carmignac. Konjunkturdaten deuteten darauf hin, dass sich das US-Wachstum zwar verlangsame, ein Abschwung aber nicht unmittelbar bevorstehe.

Höchster Quartalsgewinn für Samsung seit 2018

Unterdessen berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, die chinesische Regierung wolle Lokalregierungen erlauben, zur Finanzierung von Infrastruktur-Projekten zusätzliche Anleihen im Volumen von 220 Milliarden Dollar auszugeben. Dies beflügelte Kupfer, dessen Preis zuletzt auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief gefallen war. Das Industriemetall steuerte mit einem Kursplus von bis zu 5,6 Prozent auf 7943 Dollar je Tonne auf den größten Tagesgewinn seit gut neun Jahren zu. China ist der weltgrößte Kupfer-Abnehmer.

AMD
AMD 64,57

Mit Rohöl deckten sich Investoren ebenfalls wieder ein. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 5,4 Prozent auf 103,84 Dollar je Barrel. Dies verhalf Ölkonzernen wie Exxon und Chevron sowie dem Bergbaukonzern Freeport-McMoRan zu Kursgewinnen von bis zu 6,4 Prozent.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt gehörten Halbleiter-Werte, nachdem der südkoreanische Konzern Samsung dank eines brummenden Chip-Geschäfts den höchsten Quartalsgewinn seit 2018 bekannt gegeben hatte. Die Titel von AMD, Intel, Micron und NVidia rückten bis zu fünf Prozent vor. Gefragt waren auch die Papiere von Virgin Galactic, die zeitweise 14 Prozent gewannen. Die Weltraumfirma entwickelt gemeinsam mit einer Tochter des Flugzeugbauers Boeing Trägerflugzeuge für Raumschiffe. Boeing-Aktien stiegen um 3,5 Prozent.

Bei Bed, Bath & Beyond machten Investoren Anteilskäufe mehrerer Manager des Einrichtungshauses Mut. Die Titel des Unternehmens verbuchten mit einem Plus von zeitweise knapp 30 Prozent auf 5,78 Dollar einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte.

Quelle: ntv.de, jpe/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen