Nudelgericht gefragtFertigessen-Produktion wächst deutlich

Die Deutschen lieben offenbar die schnelle Küche. Innerhalb von fünf Jahren steigt die produzierte Menge deutlich. Zuletzt wurden hierzulande Fertigessen im Wert von fast sechs Milliarden Euro hergestellt. Lediglich in einer Warengruppe sinkt die Herstellung offenbar.
Ob Tiefkühlpizza oder Dosenravioli: In Deutschland werden immer mehr Fertiggerichte hergestellt. Innerhalb von fünf Jahren stieg die Produktion um ein Viertel. 2024 wurden 1,7 Millionen Tonnen im Wert von 5,9 Milliarden Euro hergestellt, wie das Statistische Bundesamt anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin mitteilte. 2019 waren es noch 1,4 Millionen Tonnen Fertiggerichte im Wert von 4,1 Milliarden Euro. Das bedeutet einen mengenmäßigen Anstieg von fast 26 Prozent. Wertmäßig legte die Produktion um mehr als 45 Prozent zu.
"Der Produktionsanstieg bei Fertiggerichten setzte sich auch im Jahr 2025 fort", fanden die Statistiker heraus. In den ersten drei Quartalen wurden demnach Fertiggerichte im Wert von 4,5 Milliarden Euro hergestellt, ein Anstieg von 2,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Mengenangaben sind noch nicht verfügbar.
"Vor allem Nudelgerichte wurden in deutlich größerer Menge produziert", hieß es. Hier gab es einen Zuwachs um mehr als 56 Prozent seit 2019 auf 539.000 Tonnen im Jahr 2024, wertmäßig waren das 957 Millionen Euro. Auch bei Fleischgerichten gab es ein deutliches Plus: Mengenmäßig wuchs die Produktion um 43 Prozent auf 316.000 Tonnen, wertmäßig um 71 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Gemüse-Fertiggerichte wurden ebenfalls mehr produziert, wertmäßig gab es einen Anstieg von 54 Prozent auf 549 Millionen Euro.
"Einen Rückgang der Produktion gab es lediglich bei der Menge der Fischgerichte", so das Bundesamt. Diese nahm um sieben Prozent auf 22.000 Tonnen ab. Der Wert der produzierten Fischgerichte wuchs dennoch im Fünf-Jahres-Vergleich um fast acht Prozent auf 208 Millionen Euro.
"Auch wenn das Angebot an Fertiggerichten zugenommen hat, verbringen Menschen in Deutschland nicht weniger Zeit mit der Essenszubereitung als früher", betonten die Statistiker. 41 Minuten täglich wenden Menschen ab zehn Jahren demnach im Schnitt für die Zubereitung von Mahlzeiten und die damit verbundene Küchenarbeit auf, wie aus der Zeitverwendungserhebung 2022 hervorgeht. Zehn Jahre zuvor war die Dauer fast identisch (40 Minuten). Dabei ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern groß: Während Mädchen und Frauen im Schnitt 53 Minuten täglich mit Kochen, Backen, Tischdecken und Geschirrspülen zubrachten, waren es bei Jungen und Männern täglich 29 Minuten. Zehn Jahre zuvor war der Geschlechterunterschied mit 55 zu 24 Minuten noch größer.