Wirtschaft

"Große Theatershow" Film über Wirecard-Skandal kommt 2021

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Die Firmenzentrale von Wirecard in Aschheim bei München.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gerade mal drei Monate ist es her, dass der Skandal um den Dax-Konzern Wirecard Fahrt aufnahm, ein Manager festgenommen wurde, der andere flüchtete. Nun soll der Fall verfilmt werden und schon Anfang nächsten Jahres zu sehen sein.

Schon im ersten Quartal des kommenden Jahres soll ein Film über den Wirecard-Skandal gezeigt werden. Der Film solle dann im Streamingdienst TVNOW angeboten und zeitgleich weltweit vertrieben werden, kündigte der Chef der Bertelsmann-Tochter UFA, Nico Hofmann, in der "Süddeutschen Zeitung" an. TVNOW gehört zur Mediengruppe RTL, der von der UFA produzierte Film dürfte auch bei RTL laufen.

Hofmann sagte, Wirecard sei eine "große Theatershow" gewesen. Er erwähnte Medienberichte, wonach der Bezahldienstleister Wirtschaftsprüfer mit Schauspielern in nachgebauten Bankfilialen getäuscht haben soll. "Das hat fast etwas von Satire", konstatierte der UFA-Chef.

Hofmann sagte auch, vor allem die beiden früheren Wirecard-Spitzenmanager Markus Braun und Jan Marsalek hätten sein Interesse geweckt. Die beiden seien psychologisch sehr unterschiedlich: "Das ist eine Steilvorlage für eine spannende Dramaturgie". Laut Hofmann ist aber noch offen, wer die beiden früheren Wirecard-Manager spielen wird.

Er erhalte im Moment viele Vorschläge für Schauspieler, die infrage kämen, sagte Hofmann. Über eine mögliche Besetzung der Figur Marsalek mit Heino Ferch, der in sehr vielen Ufa-Produktionen spielt, sagte er: "Ich bin mit Heino gut befreundet, deshalb darf ich das unfreundlicherweise sagen: Heino ist leider ein bisschen zu alt." Die Rolle müsse "in jedem Fall ein Österreicher" spielen. Marsalek stammt wie Braun aus Österreich.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Braun ist in Haft, Ex-Finanzchef Marsalek befindet sich auf der Flucht. Wirecard soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Konten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet.

Quelle: ntv.de, bea/AFP/dpa