Wirtschaft

Mehr als 35 Millionen Eier Fipronil-Skandal deutlich größer als gedacht

imago79756025h.jpg

Nach Berechnungen aus Niedersachsen sind mehr Fipronil-Eier nach Deutschland gelangt als angenommen.

(Foto: imago/Xinhua)

Die Zahl der mit Fipronil belasteten Eier in Deutschland ist einem Bericht zufolge fast dreimal so hoch wie zunächst geschätzt. Bisher war man von 10,7 Millionen betroffenen Eiern ausgegangen. Allein in Niedersachsen sollen es jedoch mehr als 35 Millionen sein.

Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) berichtet, sind vermutlich deutlich mehr mit Fipronil belastete Eier nach Deutschland geliefert worden als bisher gedacht. Allein nach Niedersachsen seien 35,3 Millionen Stück gelangt, die möglicherweise mit dem Insektizid belastet seien.

Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums war zunächst von rund 10,7 Millionen Eiern die Rede, die aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sein sollen und "möglicherweise" mit Fipronil belastet seien. Die "NOZ" hingegen beruft sich auf eine Auswertung des niedersächsischen Agrarministeriums auf Basis der Daten im EU-Schnellwarnsystem.

"Rückrufe zu allen diesen Chargen sind erfolgt", teilte das Ministerium in Hannover demnach mit. Weiter hieß es, dass aus dem Bundesland wiederum knapp 17 Millionen Fipronil-Eier nach außerhalb geliefert worden seien. Das umfasse sowohl Chargen aus Verdachtsbetrieben in den Niederlanden als auch aus den insgesamt vier Legehennenbetrieben in dem Bundesland, in denen Fipronil nachgewiesen worden sei.

"Erschreckend große Zahl"

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer sprach von einer "erschreckend großen Zahl" und kommentierte die Differenz: "Die Zahlen stammen aus dem EU-Schnellwarnsystem. Da hätte der Bund auch selbst reinschauen können."

Nach Angaben der EU-Kommission hat der Skandal mittlerweile 15 EU-Staaten erreicht. Darunter sind Großbritannien, Italien, Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und die Niederlande. Auch in der Schweiz und in Hongkong sind Eier oder Eierprodukte aufgetaucht, die mit dem Insektizid Fipronil verunreinigt sind.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa