Wirtschaft

"Kein vorteilhafter Monat" Flixtrain kämpft mit Verspätungen

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Die Züge der Berliner Flixbus-Mutter Flixmobility kamen im Juni häufiger verspätet an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer mit dem Zug unterwegs ist, rechnet meist schon mit Verspätungen. Das ist in diesem Sommer auch gehäuft bei Flixtrain der Fall.

Flixtrain wurde im Juni seinem Namen nicht gerecht. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" kamen die Züge der Berliner Flixbus-Mutter Flixmobility häufiger verspätet an. Auf Twitter machten mehrere Kunden ihrem Ärger Luft.

Bei dem Münchner Unternehmen kann man den Unmut der Kunden nachvollziehen. "Der Juni war für uns wie für alle anderen Schienenverkehre sicherlich kein vorteilhafter Monat in Sachen Pünktlichkeit", gibt Geschäftsführer Fabian Stenger zu. Dennoch sei sein Unternehmen stolz darauf, was es bisher geschafft habe. Flixtrain wolle den Kunden eine Alternative zur Deutschen Bahn bieten, dabei sei man weiter gekommen als jeder andere Wettbewerber.

Für die Verspätungen gibt es verschiedene Gründe. Viele davon kennt man bereits von der Deutschen Bahn, schließlich befahren beide dasselbe Schienennetz: Infrastrukturmangel, Folgeverspätungen und Wartungen. In den Sommermonaten gibt es allerdings noch weitere Verspätungsgründe. Im Juni habe es erschwerte Rahmenbedingungen aufgrund zahlreicher Baustellen, der Hitze und des erhöhten Reiseaufkommens zum Ferienbeginn gegeben, heißt es bei Flixtrain.

Geschäftsführer Stenger sieht auch Probleme im eigenen Unternehmen: "Wir hätten gerne mehr Wagenmaterial. Wenn die Züge gewartet werden müssen, kann es zu Verspätungen kommen, da unser Fuhrpark begrenzt ist und es nicht möglich ist, auf Fremdanbieter auszuweichen." Ein zu kleiner Fuhrpark kann für Probleme sorgen. Wird ein Zug gereinigt, gewartet oder repariert, gibt es keinen Ersatz. Reisende müssen folglich Geduld haben.

Doch neue Waggons zu bekommen, stellt eine Herausforderung für das Unternehmen dar, das erst seit 16 Monaten auf dem Markt ist. Eigenen Angaben zufolge muss es drei bis vier Jahre auf die Auslieferung eines neuen Zuges warten. Und auch Gebrauchte seien nicht ohne Weiteres zu bekommen.

Wenn es um Verspätungen geht, haben Kunden bei Flixtrain dieselben Rechte, wie bei der Bahn. Bei beiden Unternehmen gibt es eine Rückerstattung des Ticketpreises in Höhe von 25 Prozent bei einer Verspätung zwischen einer und zwei Stunden. Ab zwei Stunden bekommen die Kunden 50 Prozent des Ticketpreises zurück.

Quelle: n-tv.de