Wirtschaft

Gewinnmitnahmen an Wall Street Flugzeugbauer Boeing im Sinkflug

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Nach dem verlängerten Wochenende in den USA zögern Anleger mit Engagements an der Wall Street.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

Die Aktien von Boeing zählen zu den schwächsten im Dow-Jones-Index, da der europäische Billigflieger Ryanair keine neuen Bestellungen mehr für das Modell 737 Max plant. Zudem löst die Talfahrt von Bitcoin & Co einen Ausverkauf bei den Kryptowerten aus.

Nach dem langen Feiertagswochenende haben Anleger an den US-Börsen nach den Rekordständen der Vorwoche Gewinne eingestrichen. "Investoren sehen, dass sich die Wirtschaft verlangsamt und sich die Aussichten etwas undurchsichtiger gestalten. Deshalb ist es verständlich, dass sie nicht sofort einsteigen und Geld anlegen wollen. Es gibt berechtigte Sorgen über die Delta-Variante, über das chinesische und globale Wachstum und die Inflation (...)", sagte Investmentstratege Willem Sels von der HSBC Private Bank.

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Der Dow-Jones-Index sank um 0,8 Prozent auf 35.100 Punkte, der S&P-500 fiel um 0,3 Prozent. Der Nasdaq-Composite legte dagegen um 0,1 Prozent zu. "Die Delta-Variante beginnt sich zu zeigen", sagte Investmentstratege Brad McMillan von Commonwealth Financial Network mit Blick auf die steigenden Notierungen im Technologiebereich. Dieser gilt als Gewinner der Corona-Krise.

Die US-Notenbank dürfte trotz der schwachen Arbeitsmarktdaten allmählich mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik beginnen. Die Daten dürften dem Freizeit- und Gastgewerbesektor und der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus geschuldet gewesen sein, während sich am Arbeitskräftebedarf der Industrie nichts geändert habe, hieß es bei BCA. Doch solche Argumente zugunsten einer strafferen Geldpolitik hörten Aktienanleger nicht gern. Derweil haben die Strategen von Barclays ihr Jahresendziel für den S&P-500 auf 4.600 von 4.400 Punkten erhöht. "Wir glauben nicht daran, dass der Beginn des Taperings zu einem Ausverkauf am Aktienmarkt führt", begründeten sie ihre neue Annahme.

Boeing mit Auftragsverlust sehr schwach

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Die Titel von Boeing verbuchten einen Abschlag von 1,8 Prozent. Ryanair, der wichtigste Kunde des Flugzeugbauers außerhalb der Staaten, plant keine neuen Bestellungen mehr für das Modell 737 Max. Zudem werden die Auslieferungen des 787 Dreamliners wahrscheinlich bis mindestens Ende Oktober gestoppt bleiben. Vorschläge zur Inspektion des Flugzeugs seien von den Behörden nicht genehmigt worden, so mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Unter den Nebenwerten kletterten Ford um 0,6 Prozent. Der US-Automobilhersteller hatte mit Doug Field einen früheren Apple- bzw. Tesla-Vorstand verpflichtet, um neue Technologien voranzubringen. Match Group sprangen um 7,3 Prozent. Die Aktien der Partnervermittlung werden am 20. September in den S&P-500 aufgenommen.

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Der Kurs der Kryptowährungsbörse Coinbase fiel im Gefolge von Bitcoin um 4,2 Prozent. Die Kryptowährung hatte am Montag davon profitiert, dass El Salvador als erstes Land Bitcoin als Zahlungsmittel zugelassen hatte. Nun kam der Kurs wieder zurück.

Ein positiver Analystenkommentar verhalf Spotify zu einem Plus von 2,3 Prozent. Keybanc hatte die Titel zum Kauf empfohlen und das Kursziel erhöht. Aktien von US-Aluminiumherstellern reagierten wegen des Feiertags verspätet auf den Militärputsch in Guinea. Das Land ist ein wichtiger Lieferant von Bauxit, das bei der Herstellung von Aluminium zum Einsatz kommt.

Quelle: ntv.de, sbl/DJ

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