Wirtschaft

Neuwaren nicht mehr wegwerfen Frankreich will Gesetz gegen Verschwendung

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Unverkäufliche Ware wird bislang häufig weggeworfen.

(Foto: dpa)

In Frankreich werden jedes Jahr Neuwaren im Wert von 650 Millionen Euro weggeworfen. Das soll sich künftig ändern. Mit einem Gesetz gegen Verschwendung soll die Vernichtung von Konsumgütern wie Textilien oder Elektroartikeln künftig verboten werden.

Frankreich will die Vernichtung unverkäuflicher Kleider oder anderer Konsumgüter verbieten: Das ist in einem Gesetzespaket vorgesehen, das Umwelt-Staatssekretärin Brune Poirson im Kabinett vorstellte. Nach Angaben der Regierung werden in Frankreich jedes Jahr Neuwaren im Wert von mehr als 650 Millionen Euro weggeworfen oder vernichtet. Ob sie künftig recycelt oder gespendet werden sollen, regelt der Entwurf nicht.

Premierminister Edouard Philippe hatte das Gesetz "gegen Verschwendung" im Juni angekündigt. Nach seinen Angaben geht es um Textilien, Elektroartikel, Hygieneprodukte oder andere Waren. Die Vernichtung recycelbarer Waren soll ab 2021 verboten sein, die aller weiteren Konsumgüter "spätestens" 2023. Philippe sprach von einer "schockierenden Verschwendung", die es bislang im Land gebe. Das geplante Gesetz sei eine "weltweite Premiere".

Der Entwurf sieht auch die mögliche Wiedereinführung eines Pfands auf Dosen und Plastikflaschen vor, wie es in Deutschland seit gut 16 Jahren existiert. Die Details sollen noch von Experten geklärt werden. Das Gesetzespaket soll nach der Sommerpause im Parlament beraten werden.

Für große Supermärkte hat Frankreich bereits Regeln gegen Verschwendung festgelegt: Seit gut drei Jahren ist es ihnen verboten, noch verzehrbare Lebensmittel zu vernichten. Stattdessen müssen die Waren an Hilfsorganisationen gespendet, verarbeitet, als Tierfutter verwendet oder kompostiert werden. Bei Verstößen droht den Einzelhändlern eine Strafe von 3750 Euro.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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