"Kunden sind preissensibler"Fressnapf will mit kleineren Innenstadt-Filialen expandieren

Bisher kannten Haustierbesitzer Fressnapf eher von der grünen Wiese. Nun wagt der Heimtierbedarf-Händler den Schritt in ausgewählte innerstädtische Einkaufsstraßen. Den Anfang machen Standorte im Süden und Osten.
Der Heimtierbedarf-Händler Fressnapf will in Deutschland stärker in die Innenstädte vordringen und testet mit zunächst fünf Filialen kleinere Ladenkonzepte, bestätigte das Krefelder Unternehmen die Pläne der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die ersten beiden sogenannten "Urban Stores" sollen demnach im Herbst in Berlin und München eröffnen. Insgesamt plane das Krefelder Unternehmen in diesem Jahr 25 neue Märkte in Deutschland. In Kopenhagen und Paris hat Fressnapf solche Geschäfte auf einer Fläche von rund 250 Quadratmetern schon getestet. Eine klassische Filiale ist ungefähr doppelt so groß.
"Der Heimtiermarkt ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und ist zudem im Vergleich zu anderen Branchen relativ resilient", sagte der neue Vorstandsvorsitzende von Fressnapf Maxi Zoo, Matt Simister, der "FAZ". "Genau daraus entsteht eine Herausforderung, weil inzwischen viele Wettbewerber im Markt um Kunden kämpfen. Aber wir sehen weiter großes Wachstumspotential."
Der größte Konkurrent im stationären Handel ist hierzulande Futterhaus, eine Kette mit Sitz in Elmshorn. Doch Hundefutter verkauft auch jeder Discounter und neben Konkurrenten wie Zooplus drängen Plattformen wie Amazon stärker in das Revier des Heimtierbedarfs vor. Der Wachstumsschub während der Corona-Pandemie habe sich inzwischen normalisiert. Die Inflation und generelle Kostensteigerungen drückten die Kauflaune der Konsumenten. "Kunden sind preissensibler, das sehen wir auch in steigender Nachfrage unserer Eigenmarken", erklärte Simister.
Bei den Eigenmarken gehe es nicht nur um den Preis, sondern auch um Produkte, die speziell auf verschiedene Lebensphasen der Haustiere zugeschnitten seien. Gerade rund um Tiergesundheit steige das Interesse der Kunden stark, sagte der Vorstandsvorsitzende von Fressnapf Maxi Zoo.
Der Heimatmarkt in Deutschland stehe für rund 40 Prozent des Umsatzes von Fressnapf - der mit Abstand größte Markt. Mit einem Marktanteil von fast 30 Prozent sei Fressnapf in seiner Heimat besonders stark positioniert. "Das macht Wachstum im Vergleich zu anderen Ländern herausfordernder", sagte Norbert Marschallinger, der das Deutschlandgeschäft verantwortet, der Zeitung.