Wirtschaft

Döpfner wird Großaktionär Friede Springer regelt Konzern-Nachfolge

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Mathias Döpfner ist seit 2002 bei Axel Springer tätig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit fast 20 Jahren leitet Mathias Döpfner die Geschicke des Springer-Konzerns. Nun erhält der 57-Jährige deutlich mehr Macht. Verlegerin Friede Springer überträgt ihm einen Großteil ihrer Anteile am Medienunternehmen und macht ihn damit zu ihrem Nachfolger.

Die Großaktionärin der Axel Springer SE, Friede Springer, schenkt einen großen Teil ihrer Anteile am Medienkonzern dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner und überträgt ihm darüber hinaus die Stimmrechte an ihrem verbleibenden Aktienpaket. Er kauft rund 4,1 Prozent der Aktien der 78-Jährigen, zusätzlich wird der 57-Jährige rund 15 Prozent als Schenkung erhalten - so kontrollieren künftig beide dann jeweils rund 22 Prozent, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte.

Der Springer-Konzern mit Sitz in Berlin und mehr als 16.000 Mitarbeitern ging im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft mit dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) ein mit dem Ziel, schneller im Digitalen zu wachsen. KKR ist Großaktionär, hält mit knapp 48 Prozent aber nicht die Mehrheit. Springer zog sich in diesem Jahr nach 35 Jahren von der Börse zurück. Der Umsatz des Konzerns lag 2019 bei 3,11 Milliarden Euro und der bereinigte Konzernüberschuss bei 263,7 Millionen Euro.

Döpfner steht seit 2002 an der Spitze des Konzerns, bislang hält er knapp drei Prozent der Aktienanteile. Die 4,1 Prozent sind rund 276 Millionen Euro wert, wie aus einer Pflichtmitteilung von KKR hervorgeht. Legt man einen ähnlichen Maßstab für die rund 15 Prozent des Grundkapitals an, beläuft sich das an Döpfner verschenkte Aktienpaket auf rund eine Milliarde Euro. Friede Springer stattete mit den Einnahmen die gemeinnützige Friede Springer Stiftung aus.

"Habe meinen Nachfolger gefunden"

Friede Springer betonte in der Mitteilung: "Ich habe immer gesagt, dass ich für Kontinuität im Unternehmen sorgen werde. Die Zukunft des Hauses ist mir ein Leben lang sehr wichtig." Sie habe eine ideale Lösung gefunden, um die Zukunft von Axel Springer und die ihrer Stiftungen abzusichern und beide Sphären wie bisher voneinander zu trennen. "Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich mit Mathias meinen Nachfolger gefunden habe."

Döpfner gilt seit Jahren als enger Vertrauter und Ziehsohn von Friede Springer. Zu ihrem 70. Geburtstag gab sich die Verlegerin bereits spendabel und schenkte dem Vorstandsvorsitzenden Springer-Aktien im Wert von rund 73 Millionen Euro - damals ein Anteil am Grundkapital von zwei Prozent.

1946 wurde der Verlag von Axel Springer gegründet. 1952 schuf er mit der "Bild"-Zeitung das Flaggschiff und die meistgelesene Zeitung in Deutschland. Axel Springer galt als einer der profiliertesten Medienmacher der Bundesrepublik. Zur Zeit der Studentenrevolte in den 60er-Jahren wurde er aber auch heftig wegen der Attacken des Boulevardblatts auf die Protestbewegung kritisiert. Nach seinem Tod im Jahr 1985 erbte seine fünfte Frau Friede gemeinsam mit den Kindern und Enkeln Springers Anteile am Verlagsimperium.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts