Wirtschaft

US-Börsenrekorden zum Trotz Fünf Warnsignale am Aktienmarkt

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Geht es weiter aufwärts?

(Foto: REUTERS)

Während die US-Aktienmärkte neue Rekordhochs erklimmen, korrigieren viele andere Aktienmärkte wie etwa der Dax. Und das könnte erst der Anfang sein.

US-Präsident Donald Trump feiert die Hausse am US-Aktienmarkt und damit sich selbst. "Der längste Bullenmarkt in der Geschichte des Aktienmarktes, Glückwunsch Amerika", twittert er. Ob es weiter aufwärts geht? Die Warnsignale für die Aktienmärkte nehmen zu. Hier sind fünf von ihnen.

Zinsen: Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen in diesem Jahr in zwei Schritten auf zwei Prozent angehoben. Diese und zwei weitere für 2018 geplante Zinserhöhungen sind ein Warnsignal für den Aktienmarkt. Dadurch steigen die Finanzierungskosten, was wiederum den Konsum der Amerikaner und die Investitionen der US-Unternehmen belastet. Zinserhöhungen können die gute US-Konjunktur bremsen.

Außerdem werden durch steigenden Zinsen US-Anleihen als Alternative zum Aktienmarkt attraktiver, insbesondere wenn sich auch noch die Konjunktur eintrübt. Dann bevorzugen Anleger Sicherheit in Form von Staatsanleihen.

US-Immobilienmarkt: Einer der Sektoren, die zuerst auf steigende Zinsen reagieren, ist der Immobilienmarkt. Bereits im vergangenen Jahr sind die Hypothekenzinsen deutlich gestiegen. Nun fangen die Daten vom Häusermarkt an, sich einzutrüben. So waren sowohl die Verkäufe bestehender als auch neuer Häuser zuletzt entgegen den Analystenerwartungen gesunken. Das schwieriger werdende Umfeld spiegelt der Brancheindex der Hausbaufirmen wider. Der S&P Homebuilders Index liegt inzwischen rund 15 Prozent unter dem Zwölf-Jahres-Hoch von Ende Januar. Das Barometer gilt als Frühindikator für die US-Wirtschaft.

Investoren schichten um: Zwar ist der S&P 500 zuletzt auf Rekordhochs geklettert, doch haben Investoren zuletzt verstärkt Geld von Aktien aus zyklischen, also konjunkturabhängigen Sektoren in jene aus defensiven Branchen wie Gesundheit, Versorger oder Telekommunikation umgeschichtet. Sie setzen darauf, dass sich das Geschäft dieser Unternehmen weiter stabil entwickelt, selbst wenn die Wirtschaft insgesamt einen Gang zurückschaltet.

Währungskrise: Zahlreiche Währungen von Schwellenländern (Emerging Markets) sind in diesem Jahr in einen Abwärtsstrudel geraten. Besonders hart hat es die Türkei und Argentinien erwischt, aber das größte Warnsignal sendet der Absturz der brasilianischen Währung aus. Für die Analysten der Bank of America Merrill Lynch ist ein Bruch der Marke von vier Real je Dollar der wichtigste Indikator für die Währungskrise in den Emerging Markets. Diese Marke hat der Real nun durchbrochen und nähert sich dem Rekordtief von knapp unter 4,20 Real je Dollar vom September 2015 an.

Das belastet die dortigen Unternehmen, die in den vergangenen Jahren Schulden in US-Dollar aufgenommen haben. Sie müssen jetzt viel mehr Real aufwenden, um ihre Dollar-Kredite zu bedienen. Damit fehlt Geld für Investitionen oder höhere Löhne. Das trifft die brasilianische Wirtschaft empfindlich. Sie ist hinter China und Indien die drittgrößte Volkswirtschaft der Emerging Markets. Diese Währungskrise hat erst begonnen, weshalb die Risiken für die Weltwirtschaft und den Aktienmarkt diesseits und jenseits des Atlantiks zunehmen könnten.

Kupferpreis: Ein anderer wichtiger Konjunkturindikator für die Weltwirtschaft ist der Kupferpreis, da er die wirtschaftliche Entwicklung häufig vorwegnimmt. Vor allem China fragt diesen Rohstoff nach: Rund die Hälfte der globalen Nachfrage kommt aus dem Land. Kupfer ist schon Anfang Juni abgestürzt und liegt nun bei rund 6000 US-Dollar, etwa 20 Prozent unter dem Juni-Hoch. Offensichtlich haben sich die Perspektiven gerade für die chinesische Wirtschaft deutlich eingetrübt, mit möglichen Auswirkungen auf die weltweite Konjunktur.

Quelle: n-tv.de