Wirtschaft

Bitte anschnallen Für Bitcoin geht es abwärts

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Im Dezember hat Bitcoin noch rund 19.700 Dollar gekostet.

(Foto: REUTERS)

Wer Bitcoin hat, muss derzeit tapfer sein. Die Kryptowährung setzt ihre Talfahrt munter fort und nähert sich schnell der Marke von 6000 Dollar. Auch andere Cyber-Devisen verlieren kräftig.

Nicht nur an den Aktienmärkten geht es abwärts, auch Kryptowährungen verzeichnen Verluste - und diese fallen sehr viel kräftiger aus. So stürzte mit Bitcoin die bekannteste Cyber-Devise in Richtung 6000 Dollar. Derzeit kostet sie der Website Coinmarketcap zufolge 6116 Dollar und damit knapp 24 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Im Vergleich zur Vorwoche hat Bitcoin knapp 45 Prozent an Wert eingebüßt.

Zur Einordnung: Bitcoin kostete im Dezember nach einer eindrucksvollen Rally rund 19.700 Dollar. Ein Jahr zuvor hatte der Preis noch bei rund 800 Dollar gelegen.

Nicht nur für Bitcoin, auch für die anderen Krypto-Währungen geht nun abwärts. Die meisten büßen zweistellig ein. So kostet Ethereum 28 Prozent weniger als gestern, Ripple und Litecoin verlieren jeweils 24 Prozent.

Für die Talfahrt gibt es mehrere Gründe. Zunächst war nach dem steilen Anstieg eine Kurskorrektur absehbar. Zudem arbeiten Regierungen weltweit daran, den relativ neuen Markt für virtuelle Währungen mit seinen drastischen Kursausschlägen zu zügeln. So will beispielsweise die indische Regierung Zahlungen mit Kryptowährungen verbieten. In Südkorea, einer Hochburg der Spekulation mit Cyber-Devisen, kündigte die Regierung eine strenge Regulierung an. Sie hatte ursprünglich sogar erwogen, den Handel komplett zu verbieten.

"Finanzblase, Schneeballsystem, Umweltkatastrophe"

In China wurden die Internet-Zugänge zu Kryptobörsen blockiert. Außerdem sind dort sogenannte Initial Coin Offerings verboten, bei denen Firmen durch die Ausgabe neuer virtueller Währungen Geld bei Investoren einsammeln. Auch in den USA gewinnt die Diskussion an Fahrt. Dort werden im Tagesverlauf im Senat Vertreter von Aufsichtsbehörden dazu befragt, wie Kryptowährungen stärker reguliert werden können.

Vergangene Woche hatte zudem ein Hackerangriff auf eine Kryptobörse in Japan für Aufsehen gesorgt, bei dem die Täter den Gegenwert von rund einer halben Milliarde Dollar erbeuteten. Hinzu kommt, dass Notenbanken, Regierungen und Aufsichtsbehörden immer wieder vor den weitgehend unregulierten Kryptowährungen warnen. Und noch etwas dürfte auf deren Kurse drücken: Viele Ökonomen und Analysten hatten den rasanten Preisanstieg als Spekulationsblase bezeichnet und deren Platzen in Aussicht gestellt.

In den Chor der Warnenden stimmte nun auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ein. Sie wird auch als Notenbank der Notenbanken bezeichnet. Ihr Chef rief die Behörden weltweit dazu auf, Kryptowährungen wie Bitcoin stärker ins Visier zu nehmen. Sie müssten bereit sein, gegen die rasant steigende Verbreitung von solchen Cyberdevisen tätig zu werden, um Verbraucher und Anleger zu schützen, sagte Generaldirektor Agustin Carstens. "Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden", sagte der BIZ-Chef.

All das ändert nichts daran, dass Bitcoin-Anhänger an eine Wiederauferstehung glauben. Ihr Hauptargument: Selbst von noch so kräftigen Rückschlägen hat er sich in der Vergangenheit immer wieder erholt, nur um zu einer neuen Rally anzusetzen.

Quelle: ntv.de, jga/rts