Wirtschaft

Berliner Airline am Ende Germania beantragt Insolvenz und stellt Flüge ein

Im deutschen Flugverkehr gibt es die nächste große Pleite: Nach Air Berlin trifft es die Berliner Fluggesellschaft Germania: Die Airline muss Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb wird in der Nacht komplett eingestellt. Reisende hängen fest.

Die Berliner Fluggesellschaft Germania hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt. Der Flugbetrieb musste mit sofortiger Wirkung noch in der Nacht eingestellt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen sind die Germania Fluggesellschaft mbH und ihr Schwesterunternehmen für technische Dienstleistungen, die Germania Technik Brandenburg GmbH sowie die Germania Flugdienste GmbH. Nicht betroffen sind die Schweizer Germania Flug AG und die Bulgarian Eagle.

"Leider ist es uns schlussendlich nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen", erklärte Germania-Geschäftsführer Karsten Balke. "Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantragstellung blieb." Er bedauerte die Auswirkungen des Schrittes für die Mitarbeiter, die ihr Bestes für einen zuverlässigen Flugbetrieb gegeben hätten. Die betroffenen Fluggäste bat Balke um Entschuldigung.

Probleme für Passagiere

Flugreisende, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, sollen sich laut Mitteilung direkt an ihren Reiseveranstalter wenden, um Ersatz für die geplanten Flüge zu erhalten. Wer sein Flugticket direkt bei Germania gekauft habe, hat dagegen keinen Anspruch auf Ersatzbeförderung.

Vollkommen aus heiterem Himmel kommt die Germania-Insolvenz nicht: Unlängst war bereits bekannt geworden, dass die Fluggesellschaft mit ihren mehr als 30 Mittelstrecken-Jets in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Als Ursache der finanziellen Engpässe nannte Germania zuletzt Sonderfaktoren wie etwa die "massiven Kerosinpreissteigerungen über den Sommer des vergangenen Jahres bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar".

Nagelneue A320neo für die Flotte

Dazu habe sich die Übernahme neuer Maschinen in die Flugzeugflotte der Airline verzögert, heißt es. Germania-Chef Balke, der die Airline seit 2014 führt, leitete früheren Angaben zufolge das "umfassendste Flotten-Erneuerungsprogramm der Firmengeschichte" ein. Bei Airbus wurden dazu 25 neue Passagierjets vom Typ A320neo bestellt, inklusive Optionen auf 15 weitere baugleiche Maschinen.

Germania ist eine unabhängige deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte. Auf der Kurz- und Mittelstrecke beförderte die Airline eigenen Angaben zufolge mehr als vier Millionen Passagiere pro Jahr. Von 18 Stationen in Europa fliegt Germania mehr als 60 Reiseziele an, darunter auch außereuropäische Flughäfen in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten. Gegründet wurde die Fluggesellschaft 1986 in Köln. Sitz des Unternehmens ist mittlerweile Berlin.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

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