Wirtschaft

Wasser und Bier gegen den Durst Getränkehandel ist bereit für große Hitzewelle

Ab Dienstag wird es richtig heiß in Deutschland. Für Hersteller und Händler von Durstlöschern bedeutet das viel Arbeit. Denn die Nachfrage wird ruckartig ansteigen. Doch die Profis sind vorbereitet - und erleichtert über den Ausgleich für den kalten Mai.

Die Getränkehändler rechnen mit einem Kundenansturm zur bevorstehenden Hitzewelle in Deutschland. "Die Abfüllung bei den Herstellern läuft auf Hochtouren. Unsere Leute stellen sich auf Sonderschichten ein", sagte Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand beim Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels.

Während der heißen Tage "explodiert" nach seinen Worten der Absatz: Es werde erfahrungsgemäß 140 bis 180 Prozent der üblichen Menge umgeschlagen. Die Getränkefachgroßhändler, die Supermärkte und Gastronomiebetriebe beliefern sowie auch eigene Getränkemärkte unterhalten, stellten sich darauf ein. "Die gute Botschaft ist: Niemand wird in Deutschland verdursten."

Allerdings sei es für die Betriebe schwieriger geworden, vor allem für den Transport Personal zu bekommen. "Es fehlen in der gesamten Transportbranche mehrere zehntausend Arbeitskräfte. Das macht auch dem Getränkefachgroßhandel zu schaffen", verdeutlichte er. Sommertage machten sich besonders beim Mineralwasserabsatz bemerkbar.

Jenseits der 25 Grad ziehe die Nachfrage an. Dies sei im Getränkefachgroßhandel auch schon in den vergangenen Wochen zu spüren gewesen. Starke Absatzzuwächse gebe es bei Hitze auch bei alkoholfreien Bieren und alkoholfreien Biermischgetränken.

Kalter Mai und keine Männer-WM

Die Brauer sind nach Verbandsangaben auf eine kräftig steigende Nachfrage vorbereitet. "Der Sommer und die Temperaturen kommen nicht überraschend. Darauf haben sich die Brauereien eingestellt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. "Dass wir im Juni Spitzen zum Teil ins Extreme sowohl bei den Temperaturen als auch beim Absatz haben, sind wir gewohnt." Ähnlich äußerte sich die Privatbrauerei Veltins. "Der Hof steht voll mit Lkw, die bis in die Abendstunden hinein verladen werden", sagte Sprecher Ulrich Biene. Das Sommerwetter sei willkommen.

Der Mai 2019 sei für die Braubranche im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen ein vergleichsweise schwacher Monat gewesen mit einem Ausstoßrückgang von knapp zehn Prozent zum Vorjahresmonat. Damals hätten wärmere Tage, frühe Feiertage und die WM-Euphorie den Absatz beflügelt.

Laut NRW-Verbandsdaten sei aber der Gesamtausstoß der Mitgliedsunternehmen in den ersten fünf Monaten 2019 insgesamt stabil geblieben. Deutschland steht in der kommenden Woche große Hitze bevor. Ab Dienstag werden in Deutschland Höchstwerte zwischen 38 und 39 Grad erwartet.

Quelle: n-tv.de

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