Wirtschaft

"Wahl wird von Medien manipuliert" Gibt es bald Trump-TV?

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Teilt gegen Medien aus: Donald Trump.

(Foto: imago/UPI Photo)

Für die einen ist es ein Horrorszenario, für andere dagegen eine wunderbare Idee: Donald Trump bleibt auch nach den US-Wahlen im Fernsehen dauerhaft präsent. Fest steht die Sache aber nicht.

Donald Trump wird die US-Präsidentschaftswahlen nach dem jetzigen Stand der Dinge wohl deutlich gegen Hillary Clinton verlieren. Das ändert aber nichts daran, dass viele Millionen Amerikaner ihn wählen werden. Und Trump denkt offenbar darüber nach, wie er nach einer Wahlniederlage weiter politisch mitmischen und durch seine Popularität bei vielen Amerikanern Geld verdienen kann.

Seit geraumer Zeit hält sich das Gerücht hartnäckig, dass Donald Trump ein Medienunternehmen gründen will. Trump hatte vergangenen Monat zwar einen Bericht der "Variety" dementiert und gesagt, er habe keine Pläne für einen eigenen Sender. Doch die "Financial Times" berichtete nun, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner habe sich mit Aryeh Bourkoff getroffen, dem Chef einer Investmentbank, die auf große Mediendeals spezialisiert ist. LionTree war an einer Reihe milliardenschwerer Geschäfte beteiligt, unter anderem an der Übernahme von AOL durch Verizon.

Direkte Konkurrenz zu Fox News

Kushner gilt im Wahlkampf als einer der einflussreichsten Berater Trumps. Dieser hatte in letzter Zeit seine Attacke gegen Medien verstärkt. Trumps Hauptvorwurf: Sie hätten sich gegen ihn verschworen. "Diese Wahl wird von den Medien manipuliert, die falsche Vorwürfe und totale Lügen verbreiten, damit die betrügerische Hillary gewählt wird", twitterte Trump. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Charlotte bezeichnete er sich als "Opfer einer der größten politischen Schmutzkampagnen in der Geschichte unseres Landes". Der republikanische Präsidentschaftskandidat rief seinen Anhängern zu: "Die korrupten Medien tun alles in ihrer Macht Stehende, um unsere Bewegung zu stoppen."

Spekulationen über einen Sender Trumps oder ein eigenes Medienunternehmen auch in direkter Konkurrenz zum konservativen Fox News gibt es seit Monaten. Sie wurden auch dadurch befeuert, dass in Stephen Bannon der Kopf der rechtspopulistischen Website Breitbart der Wahlkampfmanager Trumps wurde.

Angewiesen auf Kabelbetreiber

Die neuen Gerüchte kommen drei Wochen vor der Wahl zu einem Zeitpunkt, zu dem der republikanische Kandidat in den meisten Umfragen mit Abstand hinter seiner Konkurrentin Hillary Clinton liegt.

Sollte Trump tatsächlich einen eigenen Sender aufziehen, wäre das keine leichte Aufgabe – selbst mit einer potenziell großen Zuschauerzahl. Denn so ein Projekt erfordert hohe Investitionen und ist darauf angewiesen, dass Kabelbetreiber den Sender auch einspeisen. Die "New York Times" berichtete vor diesem Hintergrund im August, dass Trumps Schwiegersohn deshalb auch darüber nachdenke, ob Trump einen bestehenden Sender kaufen solle.

Quelle: ntv.de, jga/dpa/AFP