Wirtschaft

Notleidende Kredite bringen Not Goldman-Sachs-Händler versenken Millionen

51354351.jpg

Notleidende Kredite heißen auf Englisch "distressed" - verzweifelt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Am Tisch für notleidende Kredite haben die Händler von Goldman Sachs dieses Jahr gar kein glückliches Händchen: Sie versenken eine größere zweistellige Millionensumme. Das Risikogeschäft ist offenbar zu riskant selbst für die Profis.

Goldman Sachs hat im ersten Halbjahr 2015 zwischen 50 bis 60 Millionen Dollar im Geschäft mit notleidenden Krediten verloren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Vorgängen vertrauten Personen. Im Portfolio litt besonders eine Position: Die Anteile von Verso Corp, einen Papierproduzenten, waren um zwei Drittel eingebrochen. Außerdem rissen die Schulden von Energieunternehmen tiefe Löcher.

Goldman Sachs
Goldman Sachs 197,72

Die Abteilung notleidende Kredite gehört zum Kredithandelsgeschäft des Institutes. In den letzten fünf Jahren wurde hier mit etwa 2,5 Milliarden Dollar jährlich ein Viertel der Einnahmen des Anleihengeschäfts generiert. Im ersten Halbjahr 2015 fielen die Umsätze hier um 8,7 Prozent. Das ist unter den fünf größten Wall-Street-Firmen der größte Einbruch.

Das Geschäft mit notleidenden Krediten gilt als einer der Auslöser für der Banken- und Finanzkrise ab dem Jahr 2007. Trotz der Lehman-Pleite und anderen Verwerfungen auf dem Markt konnten sich die Investmenthäusern nicht von diesem riskanten Geschäft trennen. Noch Ende 2009, mitten in der Finanzkrise, behauptete Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, Investmentbanker täten "Gottes Werk". Danach schien jedoch selbst Goldman Sachs gezähmt, einige Jahre lang trat das Institut bescheidener auf, sprach bei der Veröffentlichung von Quartalsberichten nicht von Bombenrenditen sondern von "soliden Zahlen". Seit 2013 geben die Investmenthäuser an der Wall Street jedoch wieder richtig Gas. Und könnten sich wieder übrschätzen.

Quelle: n-tv.de, sla

Mehr zum Thema