Wirtschaft
Bereits im vergangenen Jahr musste Google eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro wegen eines anderen Vorwurfs zahlen.
Bereits im vergangenen Jahr musste Google eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro wegen eines anderen Vorwurfs zahlen.(Foto: AP)
Mittwoch, 11. Juli 2018

Missbrauch der Marktdominanz: Google droht Milliardenstrafe wegen Android

Die EU will die Marktmacht von Googles Betriebssystem Android einschränken und eine Geldbuße von mehreren Milliarden Euro verhängen. Der Vorwurf der Europäer: Machtmissbrauch und Vorinstallationen von Apps.

Der US-Internetkonzern Google muss in der Europäischen Union mit einer neuen Rekordstrafe rechnen. Insider gehen davon aus, dass die EU-Kartellbehörde eine Geldbuße in Höhe von mehreren Milliarden Euro an den Internetriesen verhängt und Änderungen in den Geschäftspraktiken anordnet.

Der Grund: Google soll die Marktdominanz seines Betriebssystems Android missbraucht haben und soll von Smartphone-Herstellern, die Android kostenlos nutzen, verlangt haben, auf ihren Geräten Google-Apps vorzuinstallieren oder nur auf Google-Dienste zu verweisen. Dem Konzern droht deshalb eine Strafzahlung von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes von Googles Mutterkonzern Alphabet. Dieser lag im vergangenen Jahr bei rund 111 Milliarden Dollar.

Die drohende Geldbuße könnte die Rekordstrafe von 2,42 Milliarden Euro noch übersteigen, die die EU im vergangenen Jahr gegen Google verhängt hatte. Im Zuge dieses Vorwurfs soll der US-Internetkonzern seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschinenbetreiber ausgenutzt und sich bei Shopping-Suchen und seinem eigenen Preisvergleichsdienst in den Suchergebnissen ganz oben platziert haben. Die nun drohende Strafe werde aber wahrscheinlich nicht in den zweistelligen Milliardenbereich hineinreichen, sagten die Informanten.

Drei Prüfverfahren gegen Google

Ein EU-Kartellverfahren, bei dem es um den Anzeigendienst Adsense geht, ist noch anhängig. Ein drittes formales Prüfverfahren zum Thema Suchmaschinenwerbung läuft ebenfalls noch. Welche Schritte die Brüsseler Behörden von Google verlangen werden, um Abhilfe zu schaffen, ist nicht klar. Die EU könnte das Unternehmen zum Beispiel auffordern, die Verträge mit Herstellern von Android-Handys zu ändern.

Ein Google-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien hat die Vorwürfe der EU in der Vergangenheit zurückgewiesen. Das Betriebssystem Android habe vielmehr den Wettbewerb auf dem Smartphone-Markt erhöht, wodurch die Preise gesunken seien und die Verbraucher profitiert hätten, argumentierte Google.

Quelle: n-tv.de